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Fast jeder gerät ins Stolpern oder tappt in eine Falle, wenn er oder sie Linux zum ersten Mal installieren möchte. Meistens entstehen Probleme aus einem Mißverständnis heraus. Manchmal kann es aber auch etwas Ernsteres sein -- eine Kleinigkeit, die die Entwickler übersehen haben oder ein echter Bug.
In diesem Abschnitt beschreiben wir einige der häufigsten Probleme bei der Installation, und wie sie gelöst werden. Für den Fall, daß Ihre Installation anscheinend erfolgreich verlief, Sie aber unerwartete Fehlermeldungen bekommen haben, gehen wir hier auch auf diese Meldungen ein.
Beim ersten Versuch, vom Installationsmedium zu booten, kann eine Reihe von Problemen auftauchen; diese haben wir hier aufgelistet. Beachten Sie, daß es hier nicht um Probleme beim Booten Ihres gerade fertig installierten Linux-Systems geht. Lesen Sie mehr zu diesem Thema im Abschnitt » Probleme nach der Installation von Linux «.
Der häufigste Grund für diese Art von Problem ist eine zerstörte Boot-Diskette. Entweder ist die Diskette physikalisch beschädigt, dann sollten Sie eine neue Boot-Diskette auf einer nagelneuen Diskette erstellen. Oder es befinden sich unbrauchbare Daten auf der Diskette, dann sollten Sie sich vergewissern, daß das Herunterladen der Daten und die Übertragung auf die Diskette korrekt vorgenommen wurden. In vielen Fällen werden Sie mit einer neu erstellten Boot-Diskette das Problem lösen. Führen Sie dieselben Schritte noch einmal durch, und versuchen Sie es noch einmal.
Wenn Sie Ihre Boot-Diskette von einem Händler erhalten haben, verzichten Sie auf das Herunterladen und Erstellen einer neuen Diskette; wenden Sie sich statt dessen mit der Bitte um eine neue Boot-Diskette an Ihren Händler -- allerdings erst dann, wenn Sie sicher sind, daß das Problem tatsächlich von der Boot-Diskette herrührt.
Nach dem Booten vom Installationsmedium werden Sie eine Reihe von Meldungen sehen, die vom Kernel selbst erzeugt werden. Sie erfahren, welche Geräte der Kernel vorgefunden und konfiguriert hat. Anschließend erhalten Sie in der Regel einen Login-Prompt, von dem aus Sie mit der Installation fortfahren können (einige Distributionen starten statt dessen automatisch irgendein Installationsprogramm). Es kann an mehreren Stellen so aussehen, als ob das System »hängt«. Seien Sie geduldig; Software von Disketten zu laden braucht seine Zeit. In vielen Fällen hat sich das System gar nicht aufgehängt, sondern braucht nur etwas länger. Erst nachdem Sie mehrere Minuten lang keine Laufwerk- und Systemaktivitäten festgestellt haben, können Sie davon ausgehen, daß das System hängt.
lp_init: lp1 exists (0), using polling driver
auf dem Bildschirm erscheint.
Linux login:
sehen, können Sie (meist als root oder install) einloggen -- das
hängt von Ihrer Distribution ab. Nachdem Sie den Benutzernamen eingegeben
haben, kann es 20 Sekunden oder länger dauern, bis das
Installationsprogramm oder die Shell von der Diskette geladen ist. Auch hier
sollte die LED am Floppylaufwerk wieder leuchten. Gehen Sie nicht davon aus,
daß das System hängt.
Jeder der hier erwähnten Punkte kann die Ursache Ihres Problems sein. Natürlich ist es auch möglich, daß das System sich während des Bootens tatsächlich »aufgehängt« hat; das kann aus mehreren Gründen geschehen. Zunächst einmal haben Sie möglicherweise nicht genug freies RAM, um vom Installationsmedium zu booten. (Lesen Sie im folgenden Abschnitt nach, wie Sie die RAM-Disk ausschalten, um mehr freien Speicher zu gewinnen.)
Inkompatibilitäten zwischen Teilen der Hardware verursachen viele »Hänger«.
Im Abschnitt » Hardwareanforderungen « in Kapitel 1 finden Sie einen Überblick über die von Linux unterstützte Hardware. Selbst wenn Ihre Hardware unterstützt wird kann es passieren, daß Sie Probleme mit inkompatiblen Hardwarekonfigurationen bekommen, die das System zum Stillstand bringen. Lesen Sie im Abschnitt » Hardwareprobleme « weiter unten eine Besprechung von Inkompatibilitäten zwischen Hardwarekomponenten.
In diesem Punkt geht es um die Menge an RAM, die Sie zur Verfügung haben. Auf Rechnern mit vier Megabytes an RAM oder weniger könnten Sie beim Booten des Installationsmediums oder beim Installieren der Software Probleme bekommen. Das liegt daran, daß viele Distributionen eine »RAM-Disk« benutzen; das ist ein Dateisystem, das direkt im RAM angelegt und während der Arbeit mit dem Installationsmedium genutzt wird. Beispielsweise kann das komplette Abbild der Boot-Diskette in die RAM-Disk geladen werden, was eventuell mehr als ein Megabyte an RAM belegt.
Die Lösung dieses Problems besteht darin, die RAM-Disk zum Booten des Installationsmediums auszuschalten. Jede Distribution geht dabei anders vor; die SLS-Distribution z.B. erwartet die Eingabe »floppy« am LILO-Prompt, wenn vom Laufwerk a1 gebootet werden soll. Lesen Sie die Details in Ihrer Dokumentation nach.
Vielleicht bekommen Sie beim Booten oder Installieren auch gar keine »Out-of-memory«-Meldung zu sehen, sondern das System bleibt einfach stehen oder bootet nicht. Falls Ihr Rechner sich aufhängt und keine der bereits erwähnten Ursachen in Frage kommt, sollten Sie die RAM-Disk ausschalten.
Denken Sie daran, daß Linux für sich selbst mindestens zwei Megabytes RAM beansprucht; einige Distributionen brauchen vier MBytes oder mehr.
Dies ist ein Hinweis darauf, daß das Boot-Medium für den Installationsvorgang defekt ist. Wenn Sie versuchen, vom Installationsmedium zu booten (und wenn Sie sicher sind, alles richtig zu machen), sollten Sie keine solche Fehlermeldungen erhalten. Nehmen Sie mit dem Händler Ihrer Linux-Software Kontakt auf und schildern Sie das Problem. Lassen Sie sich gegebenenfalls ein neues Exemplar des Boot-Mediums geben. Wenn Sie die Boot-Diskette selbst heruntergeladen haben, sollten Sie eine neue Boot-Diskette erstellen und testen, ob damit Ihr Problem gelöst ist.
Diese Fehlermeldung besagt, daß das Root-Dateisystem (auf dem Boot-Medium selbst) nicht gefunden wurde. Dies weist darauf hin, daß entweder das Boot-Medium defekt ist oder Sie das System nicht korrekt booten.
Viele Distributionen auf CD-ROM erwarten z.B., daß sich während des Bootens eine CD-ROM im Laufwerk befindet. Stellen Sie auch sicher, daß das Laufwerk eingeschaltet ist und achten Sie darauf, ob es anläuft. Es kann auch vorkommen, daß Ihr System das CD-ROM-Laufwerk während des Boot-Vorgangs nicht findet; mehr dazu finden Sie im Abschnitt » Hardwareprobleme «.
Wenn Sie sicher sind, daß Sie das System korrekt booten, kann es sein, daß das Boot-Medium tatsächlich defekt ist. Das ist allerdings sehr selten, und Sie sollten zuerst andere Ursachen ausschließen, bevor Sie versuchen, von einer anderen Diskette oder einem anderen Magnetband zu booten.
Die am häufigsten auftretenden Probleme bei der Installation oder beim Betrieb von Linux entstehen aus Hardwarekomponenten, die miteinander nicht kompatibel sind. Selbst wenn alle Komponenten von Linux unterstützt werden, kann eine Fehlkonfiguration oder ein Hardwarekonflikt manchmal seltsame Folgen haben -- vielleicht werden Ihre Geräte beim Booten nicht gefunden, oder das System hängt.
Es ist wichtig, daß Sie solche Hardwareprobleme isolieren, wenn Sie darin die Ursache von Schwierigkeiten vermuten. In den folgenden Abschnitten werden wir einige häufig auftretende Probleme und ihre Lösung beschreiben.
Wenn Sie mit einem Problem zu tun haben, das Sie auf die Hardware zurückführen, sollten Sie als erstes versuchen, das Problem zu isolieren. Das bedeutet, daß Sie alle in Frage kommenden Variablen ausschließen und (meistens) das System Schritt für Schritt zerlegen, bis Sie die problematische Hardwarekomponente identifiziert haben.
Das ist nicht so schlimm, wie es vielleicht klingt. Sie müssen sämtliche nicht unbedingt benötigte Hardware aus Ihrem System entfernen und dann entscheiden, welche Komponente die Probleme verursacht -- eventuell können Sie dazu alle Geräte, eines nach dem anderen, wieder in das System einbinden. Sie sollten also alles außer den Controllern für Laufwerke und Grafik sowie dem Keyboard entfernen. Selbst so unschuldig aussehende Teile wie ein Mauscontroller können Ihren Seelenfrieden in ungeahnter Weise beeinträchtigen, solange Sie sich nicht dazu durchringen, ihn als nicht unbedingt notwendig zu betrachten.
Lassen Sie uns z.B. annehmen, daß sich das System während des Bootens beim Testen des Ethernet-Adapters aufhängt. Sie könnten daraus folgern, daß die Ethernet-Karte in Ihrem Rechner das Problem verursacht. Der schnelle und einfache Weg, diese Annahme zu überprüfen besteht darin, die Ethernet-Karte zu entfernen und das System erneut zu booten.
Falls dann alles klappt wissen Sie, daß entweder dieser Ethernet-Adapter von Linux nicht unterstützt wird (lesen Sie den Abschnitt » Hardwareanforderungen « in Kapitel 1 mit einer Liste der kompatiblen Adapter), oder daß es einen Adressen- oder IRQ-Konflikt mit der Karte gibt.
»Adreß- oder IRQ -Konflikt?« Was soll das bedeuten? Alle Geräte in Ihrem Rechner benutzen einen IRQ ( Interrupt Request ), um dem System mitzuteilen, daß auf ihre Anforderung hin etwas geschehen soll. Sie können sich einen IRQ als eine Schnur vorstellen, an der das Gerät zieht, wenn das System eine offene Anforderung bedienen muß. Wenn mehr als ein Gerät an derselben Schnur zieht, weiß der Kernel nicht, welche Anforderung er bedienen soll. Die Folge ist sofortiges Chaos.
Sie sollten deshalb sicherstellen, daß alle installierten Geräte ihren eigenen IRQ zugewiesen bekommen. Meist kann der IRQ mit einigen Jumpern (Steckbrücken) auf der Karte eingestellt werden; lesen Sie die Dokumentation zum betreffenden Gerät. Einige Geräte brauchen überhaupt keinen IRQ, aber wir schlagen vor, daß Sie trotzdem einen IRQ einstellen, falls das möglich ist (die SCSI-Controller ST01 und ST02 sind gute Beispiele hierfür).
In einigen Fällen ist der Kernel, der auf Ihrem Installationsmedium enthalten ist, so konfiguriert, daß er für bestimmte Geräte bestimmte IRQs benutzt. So ist es z.B. im Kernel einiger Distributionen voreingestellt, daß der IRQ 5 für den SCSI-Controller TMC-950, den CD-ROM-Controller von Mitsumi und den Busmaustreiber benutzt wird. Wenn Sie zwei oder mehr dieser Geräte benutzen wollen, werden Sie zuerst Linux installieren müssen, solange nur eines dieser Geräte aktiviert ist. Anschließend müssen Sie den Kernel neu kompilieren, um für eines der Geräte einen anderen IRQ einzustellen.
(Im Abschnitt » Einen neuen Kernel erstellen « in Kapitel 4 erfahren Sie mehr über das Kompilieren des Kernels.)
Eine andere Stelle, an der Hardwarekonflikte entstehen können, sind die DMA-Kanäle ( Direct Memory Access ), I/O-Adressen und gemeinsam genutzter Speicher (shared memory). Diese Begriffe beschreiben Mechanismen, mit denen das System auf die Hardware zugreift. Einige Ethernet-Karten z.B. kommunizieren sowohl mittels Shared-Memory als auch über einen IRQ mit dem System. Falls die Adresse oder der IRQ mit einer anderen Hardwarekomponente in Konflikt geraten, könnte sich das System merkwürdig verhalten. In der Regel lassen sich die DMA-Kanäle und I/O- sowie Shared-Memory-Adressen mit Hilfe von Jumpern einstellen. (Unglücklicherweise gibt es auch Geräte, die das nicht erlauben.)
Die Dokumentation zu Ihren Hardwarekomponenten sollte beschreiben, welche IRQs, DMA-Kanäle, I/O- oder Shared-Memory-Adressen die Geräte benutzen und wie sie konfiguriert werden. Auch hier ist die einfachste Methode, Konflikte zu vermeiden, das vorläufige Entfernen der kritischen Komponenten, bis Sie Zeit finden, die Ursache des Problems aufzuspüren.
Tabelle 2--2 zeigt eine Liste der IRQs und DMA-Kanäle, die von einigen »Standard«-Geräten benutzt werden, die in den meisten Rechnern zu finden sind. Fast alle Systeme verfügen über eine oder mehrere dieser Komponenten; Sie sollten deshalb den IRQ oder DMA-Kanal für weitere Geräte nicht auf diese Werte einstellen.
Tabelle 2-2: Übliche voreingestellte Werte
---------------------------------------------------------- Gerät I/O-Adresse IRQ DMA ---------------------------------------------------------- ttyS0 (COM1) 3f8 4 k/A ttyS1 (COM2) 2f8 3 k/A ttyS2 (COM3) 3e8 4 k/A ttyS3 (COM4) 2e8 3 k/A lp0 (LPT1) 378 - 37f 7 k/A lp1 (LPT2) 278 - 27f 5 k/A fd0, fd1 (Floppylaufwerke 1 und 2) 3f0 - 3f7 6 2 fd2, fd3 (Floppylaufwerke 3 und 4) 370 - 377 10 3 ----------------------------------------------------------
Wenn Linux bootet, sollten Sie eine Reihe von Meldungen wie diese sehen:
Console: colour EGA+ 80x25, 8 virtual consoles Serial driver version 3.96 with no serial options enabled tty00 at 0x03f8 (irq = 4) is a 16450 tty03 at 0x02e8 (irq = 3) is a 16550A lp_init: lp1 exists (0), using polling driver ...
Zu diesem Zeitpunkt stellt der Kernel fest, welche Hardwarekomponenten in Ihrem System vorhanden sind. Dabei sollten Sie auch die folgende Zeile sehen:
Partition check:
gefolgt von einer Liste der erkannten Partitionen, z.B.:
Partition check: hda: hda1 hda2 hdb: hdb1 hdb2 hdb3
Falls Ihre Festplatten oder Partitionen aus irgendeinem Grund nicht erkannt werden, haben Sie keine Möglichkeit, darauf zuzugreifen.
Mehrere Ursachen kommen hierfür in Frage:
Lesen Sie in der Dokumentation zu Ihrer Festplatte und/oder Ihrem Controller nach, wie solche Probleme zu lösen sind. Bei vielen Festplatten werden Sie einen Jumper setzen müssen, wenn die Platte als »Slave« angesprochen werden soll (z.B. als zweite Festplatte). Der Härtetest für solche Fälle ist immer das Booten von DOS oder einem anderen Betriebssystem, von dem Sie wissen, daß es mit Ihrer Festplatte und Ihrem Controller zusammenarbeitet. Wenn Sie von einem anderen Betriebssystem aus Zugriff auf Platte und Controller haben, dann liegt das Problem nicht in der Konfiguration der Hardware.
Lesen Sie den Abschnitt » Hardwareprobleme isolieren « weiter oben mit Informationen zur Lösung von Konflikten zwischen Geräten sowie den Abschnitt » Probleme mit SCSI-Controllern und -Geräten « weiter unten zur Konfiguration von SCSI-Geräten.
Die meisten Distributionen bieten beim Booten die Möglichkeit, Angaben zur Festplattengeometrie zu machen. Im allgemeinen können Sie während des Bootens vom Installationsmedium am LILO-Prompt die Werte in dieser Form eingeben:
boot: linux hd=zylinder, köpfe, sektoren
wobei zylinder , köpfe und sektoren die Anzahl der Zylinder, Köpfe und Sektoren Ihrer Festplatte sind.
Nachdem Sie die Linux-Software installiert haben, können Sie LILO installieren, so daß sich das System anschließend von der Festplatte booten läßt. Dabei können Sie die Festplattengeometrie innerhalb der LILO-Installation angeben, so daß Sie danach diese Angaben nicht mehr bei jedem Booten machen müssen.Lesen Sie den Abschnitt » LILO benutzen « in Kapitel 4 mit weiteren Details zu LILO.
Wir besprechen hier einige der häufigsten Probleme mit SCSI-Controllern
und -Geräten wie CD-ROM-Laufwerken, Festplatten und Bandlaufwerken.
Falls Linux Ihre Laufwerke oder Controller nicht erkennt, sollten Sie
weiterlesen.
[84]
Das SCSI-HOWTO von Linux (siehe Anhang A ) enthält viele weitere Tips zu SCSI-Geräten. Es kann zuweilen besonders schwierig sein, SCSI zu konfigurieren.
Falls Ihr SCSI-Controller nicht erkannt wird, müssen Sie eventuell beim Booten die Erkennung erzwingen. Dies ist besonders wichtig für SCSI-Controller ohne BIOS. Die meisten Distributionen ermöglichen beim Booten vom Installationsmedium die manuelle Eingabe von IRQ und Speicheradresse des Controllers. Wenn Sie z.B. einen TMC-8xx-Controller benutzen, können Sie versuchen, am LILO-Prompt folgendes einzugeben:
boot: linux tmx8xx=interrupt, memory-adresse
Dabei ist Interrupt der IRQ des Controllers und Memory-Adresse die Adresse des gemeinsam benutzten Speicherbereichs. Es hängt von Ihrer Linux-Distribution ab, ob dieser Schritt möglich ist; lesen Sie in Ihrer Dokumentation nach.
Eigentlich sollte die Installation der Linux-Software problemlos vonstatten gehen -- wenn Sie Glück haben. Die möglichen Probleme ergeben sich aus defekten Installationsmedien oder zu wenig Speicherplatz in Ihrem Linux-Dateisystem. Es folgt eine Liste der häufigsten Probleme dieser Art.
Wenn Sie von einer CD-ROM aus installieren, sollten Sie darauf achten, daß weder Kratzer noch Staub oder sonstige Beschädigungen vorhanden sind.
Die Ursache des Problems kann auch ein falsches Format des Mediums sein. Die meisten Linux-Distributionen verlangen z.B. Disketten, die unter DOS mit 1,44 MBytes formatiert wurden. (Die Boot-Diskette bildet eine Ausnahme; sie ist in den meisten Fällen nicht im DOS-Format.) Wenn Sie gar nicht weiterkommen, sollten Sie einen neuen Satz Disketten besorgen bzw. erstellen (mit anderen Disketten), falls Sie die Software selbst heruntergeladen haben.
Meist besteht die Lösung des Problems darin, daß (mit dem Befehl mke2fs ) die Dateisysteme neu angelegt werden. Dabei wird die teilweise installierte Software gelöscht. Anschließend können Sie erneut versuchen, die Software zu installieren und bei dieser Gelegenheit weniger Programme einbinden. In anderen Fällen müssen Sie eventuell ganz von vorne anfangen und die Größen der Partitionen und Dateisysteme neu festlegen.
hd=zylinder, köpfe, sektoren
beim Booten benutzt haben, um die Geometrie der Platte ermitteln zu lassen, und Sie haben hier falsche Werte angegeben, dann könnte diese Meldung erscheinen. Auch falsche Angaben zur Plattengeometrie im CMOS-Speicher können diese Meldung hervorrufen.
Falls beim Installieren von Linux andere merkwürdige Fehler auftreten (insbesondere, wenn Sie die Software per Modem auf Ihren Rechner heruntergeladen haben), sollten Sie sich vergewissern, daß Sie tatsächlich alle benötigten Dateien übertragen haben. Manche Leute benutzen z.B. den Befehl:
mget *.*
wenn Sie die Linux-Software per FTP herunterladen. Damit übertragen Sie aber nur solche Dateien, die einen ».« (Punkt) in ihrem Namen enthalten; alle eventuell vorhandenen Dateien ohne ».« werden nicht übertragen. Der korrekte Befehl in diesem Fall lautet also:
mget *
Der beste Rat für den Fall, daß etwas nicht klappt, lautet: Vollziehen Sie alle Schritte noch einmal nach. Sie glauben wahrscheinlich, daß Sie alles korrekt erledigt haben, und haben doch ein kleines, aber wichtiges Detail übersehen. In vielen Fällen werden Sie das Problem lösen, indem Sie die Software einfach noch einmal auf Ihren Rechner herunterladen oder sie neu installieren. Rennen Sie nicht länger als unbedingt notwendig mit dem Kopf gegen die Wand!
Falls Linux während der Installation unerwarteterweise hängenbleibt, kann es sich auch um ein Hardwareproblem handeln. Lesen Sie den Abschnitt » Hardwareprobleme « zu diesem Thema.
Sie haben also den Nachmittag damit verbracht, Linux zu installieren. Um Platz zu schaffen, haben Sie Ihre DOS- und OS/2-Partitionen gelöscht, und unter Tränen haben Sie SimCity und den Wing Commander von der Festplatte entfernt. Dann booten Sie Ihr System, aber nichts passiert. Oder, schlimmer noch, es passiert etwas , aber nicht das, was passieren sollte. Was nun?
Im Abschnitt » Probleme beim Booten des Installationsmediums « haben wir einige der häufigsten Probleme beim Booten vom Linux-Installationsmedium besprochen -- viele dieser Probleme können auch an dieser Stelle auftreten. Außerdem könnten Sie ein Opfer folgender unglücklicher Vorfälle geworden sein:
Wenn Sie Linux von einer Diskette booten wollen, kann es notwendig sein, daß Sie beim Booten angeben, wo sich die Root-Partition von Linux befindet. Dies gilt insbesondere, wenn Sie von einer Original-Installationsdiskette booten und nicht von einer Diskette, die während der Installation erstellt wurde.
Drücken Sie während des Bootens von Diskette die SHIFT-, ALT- oder CONTROL-Taste. Damit erhalten Sie wahrscheinlich ein Bootmenü. Drücken Sie anschließend TAB, und Sie sehen eine Liste der verfügbaren Optionen. Bei vielen Distributionen können Sie z.B. in diesem Bootmenü z.B.:
boot: linux root=partition
eingeben, wobei Partition der Name der Root-Partition von Linux ist, etwa /dev /hda2 . Lesen Sie Details hierzu in den Unterlagen zu Ihrer Distribution nach.
Wenn Sie sich entschieden haben, LILO zu installieren statt eine Boot-Diskette anzulegen, sollten Sie Linux von der Festplatte booten können. Die automatische Installation von LILO ist allerdings nicht in allen Distributionen perfekt. Es kann vorkommen, daß LILO von falschen Annahmen über Ihr Festplattenlayout ausgeht, und das kann zur Folge haben, daß Sie LILO noch einmal installieren müssen, um Fehler zu beheben. Die Installation von LILO wird im Abschnitt » LILO benutzen « in Kapitel 4 besprochen.
Ein anderer Befehl, den Sie probieren können (bei MS-DOS 5.0 oder höher), ist:
FDISK /MBR
Dieser Befehl versucht, den Master Boot Record der Festplatte so anzulegen, daß DOS gebootet werden kann, und überschreibt dabei den LILO. Falls DOS auf Ihrer Festplatte nicht mehr vorhanden ist, müssen Sie Linux von einer Diskette starten und den LILO anschließend installieren.
Wenn Sie allerdings LILO tatsächlich installiert haben, und es wird trotzdem ein anderes Betriebssystem als Linux gebootet, dann haben Sie LILO so konfiguriert, daß dieses andere Betriebssystem die Voreinstellung ist. Halten Sie während des Bootens die SHIFT-, ALT- oder CONTROL-Taste gedrückt und drücken Sie am Boot-Prompt dann TAB. Damit sollten Sie eine Liste der Betriebssysteme erhalten, die gebootet werden können; wählen Sie die entsprechende Option (in der Regel einfach »linux«), um Linux zu starten.
Falls Sie Linux als das Betriebssystem angeben wollen, das standardmäßig gebootet wird, müssen Sie LILO neu installieren.
Es ist auch möglich, daß Sie zwar versucht haben, LILO zu installieren, daß das aber aus irgendeinem Grunde nicht geklappt hat. Lesen Sie den vorhergehenden Abschnitt.
Nachdem Sie Linux gebootet haben, sollten Sie etwa folgenden Login-Prompt sehen:
Linux login:
An dieser Stelle erfahren Sie entweder aus den Unterlagen zu Ihrer Distribution oder vom System selbst, was Sie tun müssen. Bei vielen Distributionen loggen Sie einfach als root ein -- ohne Paßwort. Andere mögliche Benutzernamen sind asbest, fest, guest, nest, pest, rest, test und west.
Die meisten gerade installierten Linux-Systeme erfordern kein Paßwort für das erste Einloggen. Falls Sie doch aufgefordert werden, ein Paßwort einzugeben, kann das ein Problem werden. Probieren Sie zunächst den Benutzernamen als Paßwort, d.h., wenn Sie als root eingeloggt haben, benutzen Sie auch »root« als Paßwort.
Wenn Sie absolut nicht einloggen können, lesen Sie noch einmal in der Dokumentation nach; vielleicht sind Benutzername und Paßwort dort irgendwo vergraben. Es kann auch sein, daß Name und Paßwort während der Installation bekanntgegeben wurden oder mit der Login-Aufforderung angezeigt werden.
Eine mögliche Ursache für dieses Paßwortproblem ist eine fehlerhafte Installation der Login- und Startdateien von Linux. Falls dies der Fall ist, werden Sie die Linux-Software (oder Teile davon) neu installieren müssen, oder Sie booten von Ihrem Installationsmedium und versuchen, das Problem von Hand zu beheben.
Nachdem Sie eingeloggt sind, sollten Sie einen Shell-Prompt (etwa # oder $) sehen. Anschließend können Sie endlich Ihr System erkunden. Die nächste Aufgabe besteht darin, die Arbeitsschritte aus Kapitel 3, Grundlegende UNIX-Befehle und Konzepte durchzuführen. Allerdings gibt es noch ein paar Startprobleme, die gelegentlich auftauchen.
Das häufigste Konfigurationsproblem am Anfang sind Dateien oder Verzeichnisse mit falsch gesetzten Zugriffsrechten. Das kann nach dem Einloggen die Fehlermeldung:
Shell-init: permission denied
hervorrufen (eigentlich können Sie immer, wenn die Meldung »permission denied« erscheint, ziemlich sicher sein, daß ein Problem mit den Zugriffsrechten besteht).
In vielen Fällen bedarf es nur einer Änderung mittels chmod , um die Zugriffsrechte auf die entsprechenden Dateien oder Verzeichnisse anzupassen. So benutzten einige Distributionen von Linux z.B. eine Zeitlang den (falschen) Dateimodus 0644 für das Root-Verzeichnis ( / ). Die Abhilfe bestand darin, als root den Befehl:
# chmod 755 /
einzugeben.
(Dateizugriffsrechte werden im Abschnitt » Die Dateiberechtigungen « in Kapitel 3 besprochen.) Allerdings mußte man, um diesen Befehl ausführen zu können, zunächst vom Installationsmedium booten und das Linux-Root-Dateisystem von Hand aufsetzen -- für die meisten Anfänger eine schwierige Aufgabe.
Wenn Sie anfangen, mit dem System zu arbeiten, werden Sie auf Fälle stoßen, in denen Zugriffsrechte auf Dateien und Verzeichnisse nicht korrekt gesetzt sind, oder in denen die Software nicht wie vorgesehen funktioniert. Willkommen bei Linux! Obwohl die meisten Distributionen ziemlich problemlos handzuhaben sind, können Sie nicht davon ausgehen, daß Sie eine perfekte Distribution vorfinden. Wir wollen an dieser Stelle nicht alle denkbaren Schwierigkeiten besprechen.
Statt dessen werden wir Ihnen im gesamten Buch helfen, viele solcher Konfigurationsprobleme zu lösen, indem wir Ihnen zeigen, wie Sie diese Probleme aufspüren und selbst beheben können. In Kapitel 1 haben wir die Philosophie hinter Linux im Detail besprochen, und in Kapitel 4 geben wir Hinweise zur Behebung einiger solcher Konfigurationsprobleme.