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Nachdem Sie die bestehenden Partitionen angepaßt haben, um für Linux Platz zu schaffen, können Sie die Software installieren. Es folgt eine kurze Zusammenfassung des Vorgangs:
Wir haben bereits darauf hingewiesen, daß eventuell einer oder mehrere dieser Schritte automatisch von der Installationsroutine erledigt werden können -- das hängt von der Distribution ab, die Sie benutzen. In den Unterlagen zu Ihrer Linux-Distribution erhalten Sie genaue Hinweise.
Der erste Schritt ist das Booten mit dem Linux-Installationsmedium. In den meisten Fällen ist das eine »Boot-Diskette«, die ein kleines Linux-System enthält. Nach dem Booten wird Ihnen ein Installationsmenü präsentiert, das die Schritte zur Installation der Software vorgibt. Andere Distributionen geben nach dem Booten eine Login-Aufforderung aus. In diesem Fall können Sie normalerweise als root oder install einloggen, um dann mit der Installation zu beginnen.
Die Dokumentation zu Ihrer speziellen Distribution wird Ihnen zeigen, was Sie tun müssen, um Linux vom Installationsmedium aus zu starten.
Die meisten Linux-Distributionen benutzen eine Boot-Diskette, die es ermöglicht, hinter dem Boot-Prompt noch Parameter für die Hardware zu setzen, damit bestimmte Hardwarekomponenten vom System erkannt werden. Wenn z.B. Ihr SCSI-Controller beim Booten von der Diskette nicht erkannt wird, müssen Sie noch einmal booten und dabei am Boot-Prompt solche Hardwareparameter wie die I/O-Adresse und den IRQ angeben.
Da PS/1-Systeme von IBM sowie Rechner von ThinkPad und ValuePoint keine Laufwerksparameter im CMOS speichern, müssen Sie diese beim Booten angeben.
Der Boot-Prompt wird nach dem Booten von der Diskette oft automatisch angezeigt. Das gilt z.B. für die Slackware-Distribution. Andere Distributionen erwarten, daß Sie die SHIFT- oder CONTROL-Taste drücken, während von der Diskette gebootet wird. Nach dem erfolgreichen Booten sollten Sie den Prompt:
boot:
und möglicherweise weitere Meldungen sehen.
Wenn Sie das Booten ohne spezielle Parameter ausprobieren wollen, drücken Sie am Boot-Prompt einfach ENTER.
Lesen Sie die Meldungen, während das System hochfährt. Falls Sie einen SCSI-Controller haben, sollten Sie eine Liste der vorgefundenen SCSI-Geräte sehen. Wenn Sie die Meldung:
SCSI: 0 hosts
lesen, wurde Ihr SCSI-Controller nicht gefunden, und Sie werden die Hardware-Erkennungsroutine benutzen müssen, die wir etwas weiter unten beschreiben.
Außerdem wird das System Informationen zur Partitionierung der Festplatte und zu den angeschlossenen Geräten ausgeben. Falls irgendeine dieser Informationen falsch ist oder fehlt, werden Sie die Erkennung der Hardware erzwingen müssen.
Wenn aber alles glattgegangen ist und Ihre Hardware anscheinend gefunden wurde, können Sie den folgenden Abschnitt, » Laufwerke und Partitionen unter Linux « , überspringen.
Um die automatische Erkennung von Hardware zu erzwingen, müssen Sie am Boot-Prompt die entsprechenden Parameter eingeben. Benutzen Sie dazu folgende Syntax:
ramdisk parameter...
Es gibt eine ganze Reihe möglicher Parameter; wir wollen einige der am häufigsten benutzten besprechen.
ramdisk hd=683,16,32
ramdisk tmc8xx=0xca000,5
Das Präfix 0x muß allen hexadezimalen Werten vorangestellt werden. Dasselbe gilt auch für alle folgenden Optionen.
Hier gilt in allen Fällen, daß Sie
ramdisk
und dahinter die gewünschten Parameter eingeben müssen.
[84] [86]
Wenn Sie Fragen zu diesen Boot-Optionen haben, sollten Sie das SCSI-HOWTO und das CD-ROM-HOWTO von Linux lesen. Beide sollten auf jedem Linux-FTP-Server zu finden sein und beschreiben die Hardwarekompatibilität von Linux sehr detailliert.
Manche Distributionen erwarten, daß Sie die Linux-Partitionen mittels fdisk von Hand anlegen. Andere erledigen das automatisch für Sie. Auf jeden Fall sollten Sie die folgenden Informationen über die Linux-Partitionen und Gerätenamen kennen.
Laufwerke und Partitionen unter Linux tragen Namen, die sich von denen unter anderen Betriebssystemen gründlich unterscheiden. Unter DOS werden Diskettenlaufwerke mit A: und B: bezeichnet, Festplatten mit C:, D: usw. Unter Linux sieht die Vergabe von Gerätenamen völlig anders aus.
Die
Gerätedateien
, die im Verzeichnis
/dev
stehen, werden für die Kommunikation mit den Geräten (den
Festplatten, der Maus usw.) in Ihrem System gebraucht. Wenn Sie z.B. eine Maus
benutzen, sprechen Sie diese Maus unter dem Gerätenamen
/dev/mouse
an. Diskettenlaufwerke, Festplatten und die einzelnen Partitionen haben alle
ihre eigenen Namen. Machen Sie sich im Moment keine weiteren Gedanken
darüber; wichtig ist nur, daß Sie verstehen, wie die einzelnen
Geräte benannt sind, damit Sie damit arbeiten können.
Im Abschnitt » Die Gerätedateien « in Kapitel 4 erfahren Sie mehr über die Gerätedateien.
Tabelle 2--1 zeigt die Namen der verschiedenen Gerätedateien.
Tabelle 2-1: Gerätenamen unter Linux
Gerät Name ------------------------------------------------------ Erstes Floppylaufwerk (A:) /dev/fd0 Zweites Floppylaufwerk (B:) /dev/fd1 Erste Festplatte (ganze Platte) /dev/hda Erste Festplatte, primäre Partition 1 /dev/hda1 Erste Festplatte, primäre Partition 2 /dev/hda2 Erste Festplatte, primäre Partition 3 /dev/hda3 Erste Festplatte, primäre Partition 4 /dev/hda4 Erste Festplatte, logische Partition 1 /dev/hda5 Erste Festplatte, logische Partition 2 /dev/hda6 usw. Zweite Festplatte (ganze Platte) /dev/hdb Zweite Festplatte, primäre Partition 1 /dev/hdb1 usw. Erste SCSI-Festplatte (ganze Platte) /dev/sda Erste SCSI-Festplatte, primäre Partition 1 /dev/sda1 usw. Zweite SCSI-Festplatte (ganze Platte) /dev/sdb Zweite SCSI-Festplatte, primäre Partition 1 /dev/sdb1 usw. ------------------------------------------------------
Hier noch ein paar Anmerkungen zu dieser Tabelle. /dev/fd0 entspricht dem ersten Diskettenlaufwerk (A: unter DOS), und /dev/fd1 dem zweiten Diskettenlaufwerk (B:).
SCSI-Festplatten werden anders bezeichnet als andere Geräte. Alle IDE-, MFM- und RLL-Festplatten werden unter den Gerätenamen /dev/hda , /dev/hdb usw. angesprochen. Die einzelnen Partitionen auf der Platte /dev/hda heißen /dev/hda1 , /dev/hda2 usw. SCSI-Platten dagegen werden als /dev/sda und /dev/sdb usw. angesprochen, und die Partitionen heißen /dev/sda1 und /dev/sda2 .
Natürlich haben die meisten Systeme keine vier primären Partitionen. Trotzdem sind die Gerätenamen von /dev/hda1 bis /dev/hda4 für diese Partitionen reserviert; logische Partitionen können nicht unter diesen Namen angesprochen werden.
Wir wollen dazu ein Beispiel geben. Nehmen wir an, daß Sie eine einzelne IDE-Festplatte mit drei primären Partitionen haben. Die ersten beiden sind MS-DOS zugeordnet, die dritte ist eine erweiterte Partition, die zwei logische Linux-Partitionen enthält. Die Gerätenamen sind in der Tabelle auf der nächsten Seite aufgelistet.
------------------------------------------ Gerät Name ------------------------------------------ Erste MS-DOS-Partition (C:) /dev/hda1 Zweite MS-DOS-Partition (D:) /dev/hda2 Erweiterte Partition /dev/hda3 Erste logische Linux-Partition /dev/hda5 Zweite logische Linux-Partition /dev/hda6 ------------------------------------------Beachten Sie, daß /dev/hda4 ausgelassen wurde; sie entspricht der vierten primären Partition, die es in diesem Beispiel nicht gibt. Logische Partitionen werden ab /dev/hda5 durchgehend numeriert.
Jetzt ist alles soweit vorbereitet, daß Sie mit dem Befehl fdisk die Linux-Partitionen anlegen können. Im allgemeinen werden Sie mindestens zwei Partitionen einrichten; eine für die Linux-Software selbst und eine für den Swap-Bereich.
Starten Sie nach dem Booten mit dem Installationsmedium fdisk , indem Sie eingeben:
fdisk laufwerk
wobei Laufwerk der Gerätename des Laufwerks ist, auf dem Sie die neuen Partitionen anlegen möchten (siehe auch Tabelle 2--1). Wenn Sie z.B. fdisk auf die erste SCSI-Festplatte in Ihrem System anwenden wollen, geben Sie fdisk /dev/sda ein. Wenn Sie kein Laufwerk benennen, wird /dev/hda (die erste IDE-Platte) als Voreinstellung genommen.
Wenn Sie auf mehr als einem Laufwerk Linux-Partitionen einrichten, rufen Sie fdisk für jedes Laufwerk einmal auf.
# fdisk /dev/hda Command (m for help):
Hier wartet fdisk auf die Eingabe eines Befehls; mit m erhalten Sie eine Liste der Optionen:
Command (m for help): m Command action a toggle a bootable flag d delete a partition l list known partition types m print this menu n add a new partition p print the partition table q quit without saving changes t change a partition's system id u change display/entry units v verify the partition table w write table to disk and exit x extra functionality (experts only) Command (m for help):
Mit dem Befehl n legen Sie eine neue Partition an. Die meisten der anderen Optionen werden Sie kaum brauchen. Zum Beenden von fdisk geben Sie q ein, wenn Sie Änderungen nicht abspeichern wollen und w, wenn Sie die geänderte Partitionstabelle auf die Festplatte schreiben möchten.
Als erstes sollten Sie sich die bestehende Partitionstabelle anzeigen lassen und die Angaben zwecks späteren Nachschlagens aufschreiben. Geben Sie dazu den Befehl p ein:
Command (m for help): p Disk /dev/hda: 16 heads, 38 sectors, 683 cylinders Units = cylinders of 608 * 512 bytes Device Boot Begin Start End Blocks Id System /dev/hda1 * 1 1 203 61693 6 DOS 16-bit >=32M Command (m for help):
In diesem Beispiel existiert eine einzelne DOS-Partition auf /dev/hda1 , die 61.693 Blöcke groß ist. (5)
Diese Partition startet mit Zylinder 1 und reicht bis zum Zylinder 203. Insgesamt hat die Platte 683 Zylinder; es bleiben für Linux-Partitionen also 480 Zylinder übrig.
Zum Anlegen einer neuen Partition geben Sie den Befehl n ein. In diesem Beispiel werden wir zwei primäre Partitionen für Linux einrichten: ( /dev/hda2 und /dev/hda3 ):
Command (m for help): n Command action e extended p primary partition (1-4) p
An dieser Stelle fragt fdisk nach dem Typ der neuen Partition: extended oder primary. In unserem Beispiel wollen wir nur primäre Partitionen anlegen, deshalb geben wir p ein.
Partition number (1-4):
fdisk wird dann abfragen, welche Partition angelegt werden soll. Da die Nummer 1 bereits vergeben ist, wird unsere erste Linux-Partition die Nummer 2 sein:
Partition number (1-4): 2 First cylinder (204-683):
Geben Sie dann die Nummer des ersten Zylinders in dieser Partition ein. Die Zylinder 204 bis 683 sind noch nicht belegt, also wählen wir den ersten freien Zylinder (204).
Es bringt keinerlei Vorteile, zwischen den Partitionen unbenutzte Zylinder zu haben:
First cylinder (204-683): 204 Last cylinder or +size or +sizeM or +sizeK (204-683):
fdisk fragt dann nach der Größe der anzulegenden Partition. Wir können entweder die Nummer des letzten Zylinders angeben oder die Größe in Bytes, Kilobytes oder Megabytes definieren. Weil unsere Partition 80 Megabytes groß sein soll, geben wir +80M ein. Bei dieser Art der Größenangabe rechnet fdisk die Größe der Partition auf die nächstgelegene Zylinderzahl um.
Last cylinder or +size or +sizeM or +sizeK (204-683): +80M Warning: Linux cannot currently use 33090 sectors of this partition
Wenn Sie diese Warnung sehen, können Sie das einfach ignorieren. fdisk gibt diese Meldung aus, weil es ein älteres Programm ist und aus einer Zeit stammt, als Linux-Partitionen nicht größer als 64 Megabytes sein durften.
Jetzt sind wir soweit, daß wir unsere zweite Linux-Partition anlegen können. Zu Demonstrationszwecken soll sie zehn Megabytes groß werden:
Command (m for help): n Command action e extended p primary partition (1-4) p Partition number (1-4): 3 First cylinder (474-683): 474 Last cylinder or +size or +sizeM or +sizeK (474-683): +10M
Zum Abschluß lassen wir noch einmal die Partitionstabelle anzeigen. Schreiben Sie wieder sämtliche Angaben auf -- insbesondere die Blockgrößen der neuen Partitionen. Sie werden diese Information später noch brauchen, wenn die Dateisysteme angelegt werden. Achten Sie auch darauf, daß sich die Partitionen nicht überlappen.
Command (m for help): p Disk /dev/hda: 16 heads, 38 sectors, 683 cylinders Units = cylinders of 608 * 512 bytes Device Boot Begin Start End Blocks Id System /dev/hda1 * 1 1 203 61693 6 DOS 16-bit >=32M /dev/hda2 204 204 473 82080 81 Linux/MINIX /dev/hda3 474 474 507 10336 81 Linux/MINIX
Wie Sie sehen, ist /dev/hda2 jetzt eine Partition mit 82.080 Blöcken (was ungefähr 80 Megabytes entspricht), und /dev/hda3 ist 10.336 Blöcke groß (etwa 10 MBytes).
Beachten Sie, daß viele Distributionen (z.B. Slackware) erwarten, daß Sie mit dem Befehl t von fdisk noch den Partitionstyp auf »Linux swap« setzen; in der Regel ist das der Typ 82. Mit dem Befehl l erhalten Sie eine Liste der bekannten Partitionstypen, und mit t können Sie der Swap-Partition die Nummer zuordnen, die für »Linux swap« steht.
Dieser Schritt ermöglicht es der Installationssoftware, anhand der Typangabe die Swap-Partition zu finden. Falls die Software die Swap-Partition nicht erkennt, sollten Sie vielleicht fdisk noch einmal aufrufen und die betreffende Partition mit dem Befehl t bearbeiten.
In diesem Beispiel verbleiben die Zylinder 508 bis 683 ungenutzt. Es kann sinnvoll sein, auf der Festplatte Platz zu lassen, in dem später weitere Partitionen angelegt werden können.
Zum Abschluß schreiben wir mit dem Befehl w den aktuellen Zustand auf die Festplatte und verlassen fdisk :
Command (m for help): w #
Die Änderungen, die Sie mit fdisk vornehmen, werden erst dann wirksam, wenn sie mit dem Befehl w geschrieben werden. Das gibt Ihnen die Möglichkeit, verschiedene Konfigurationen auszuprobieren und das Ergebnis zu speichern, wenn Sie damit fertig sind. Falls Sie fdisk verlassen möchten, ohne die Änderungen zu speichern, können Sie das jederzeit mit dem Befehl q tun. Denken Sie daran, daß Sie mit dem Programm fdisk von Linux nur Linux-Partitionen bearbeiten sollten.
Es kann passieren, daß sich Linux aus einer Partition auf Zylindern oberhalb von 1023 nicht booten läßt. Versuchen Sie deshalb, Ihre Root-Partition für Linux unterhalb von Zylinder 1023 einzurichten. Falls das nicht möglich ist, können Sie Linux immer noch von einer Diskette booten.
Einige Linux-Distributionen erwarten, daß Sie nach Änderungen mit fdisk das System erneut booten. Damit sollen die Änderungen wirksam werden, bevor Sie die Software installieren. Neuere Versionen von fdisk bringen die Partitionstabelle im Kernel automatisch auf den aktuellen Stand, so daß hier nicht erneut gebootet werden muß. Um auf der sicheren Seite zu bleiben, sollten Sie nach der Arbeit mit fdisk noch einmal vom Installationsmedium booten, bevor Sie weitermachen.
Wenn Sie eine Swap-Partition als virtuelles RAM benutzen wollen, können
Sie diese jetzt anlegen.
(6)
Im Abschnitt » Swap-Space benutzen « von Kapitel 4 besprechen wir die Vorbereitung einer Swap-Datei für den Fall, daß Sie keine Swap-Partition einrichten möchten.
Viele Distributionen erwarten, daß Sie einen Swap-Bereich anlegen und aktivieren, bevor Sie die Software installieren. Wenn Sie nur wenig physikalisches RAM haben, kann es passieren, daß die Installation ohne aktiven Swap-Bereich nicht gelingt.
Der Befehl für die Einrichtung einer Swap-Partition ist mkswap und hat das Format:
mkswap -c partition größe
wobei Partition der Name der Swap-Partition ist und Größe die Größe der Partition in Blöcken angibt. (7)
Wenn Sie z.B. /dev/hda3 als Swap-Partition mit der Größe 10.336 Blöcke aktivieren wollen, geben Sie ein:
# mkswap -c /dev/hda3 10336
Die Option -c weist mkswap an, die Partition nach defekten Blöcken zu durchsuchen, wenn der Swap-Bereich eingerichtet wird.
Wenn Sie mehrere Swap-Partitionen anlegen wollen, müssen Sie für jede Partition den entsprechenden mkswap -Befehl ausführen.
Nach dem Formatieren des Swap-Bereichs müssen Sie ihn noch einbinden. Normalerweise erledigt das System diesen Schritt beim Booten. Da Sie aber noch keine Linux-Software installiert haben, müssen Sie den Swap-Bereich von Hand aktivieren.
Der Befehl zum Aktivieren des Swap-Bereichs lautet swapon und hat das Format:
swapon partition
In unserem Beispiel geben wir also:
# swapon /dev/hda3
ein, um den Swap-Bereich auf /dev/hda3 zu einbinden.
Bevor Sie Ihre Linux-Partitionen zum Abspeichern von Dateien benutzen können, müssen Sie Dateisysteme in den Partitionen erzeugen. Das Anlegen eines Dateisystems entspricht der Formatierung einer Partition unter DOS und anderen Betriebssystemen. Wir haben im Abschnitt » Die Partitionierung unter Linux « die Dateisysteme bereits kurz besprochen.
Linux kennt verschiedene Typen von Dateisystemen. Jeder Typ hat ein eigenes Format und bestimmte Eigenschaften (etwa die Länge der Dateinamen, maximale Anzahl an Dateien usw.). Linux unterstützt außerdem die Dateisysteme von einigen anderen Betriebssystemen wie z.B. MS-DOS.
Das am häufigsten benutzte Dateisystem ist das
Second Extended Filesystem
oder
ext2fs
.
Das ext2fs ist eines der effizientesten und flexibelsten Dateisysteme; es erlaubt Dateinamen bis zu 256 Zeichen Länge und Dateisysteme bis zu vier Terabytes Größe. Im Abschnitt » Die Dateisystemtypen « in Kapitel 4 werden wir die verschiedenen Dateisysteme für Linux vorstellen. Für den Anfang empfehlen wir, das ext2fs zu benutzen.
Mit dem Befehl:
mke2fs -c partition Größe legen Sie ein ext2fs -Dateisystem an. Dabei gibt Partition den Namen der Partition an und Größe ist die Größe der Partition in Blöcken. Wenn Sie z.B. ein Dateisystem mit 82.080 Blöcken auf /dev/hda2 erzeugen möchten, geben Sie ein:
# mke2fs -c /dev/hda2 82080
Wenn Sie mit mehreren Linux-Dateisystemen arbeiten, müssen Sie den entsprechenden mke2fs -Befehl für jedes Dateisystem aufrufen.
Falls Sie bis hierher auf irgendein Problem gestoßen sind, lesen Sie den Abschnitt » Wenn Probleme auftauchen « am Ende dieses Kapitels.
Schließlich ist es soweit: Sie können die Software auf Ihrem System installieren. Jede Distribution geht dabei anders vor. In vielen Fällen ist ein eigenständiges Programm enthalten, das Sie Schritt für Schritt durch die Installation führt. Bei anderen Distributionen müssen Sie Ihre Dateisysteme in einem bestimmten Unterverzeichnis mounten (aufsetzen, z.B. unter /mnt ) und dann die Software von Hand dorthin kopieren. Bei Distributionen auf CD-ROM wird Ihnen eventuell angeboten, einen Teil der Software auf der Festplatte zu installieren und den größeren Teil auf der CD-ROM zu lassen.
Manche Distributionen bieten mehrere Methoden der Installation an. So kann es z.B. sein, daß Sie die Software direkt aus einer DOS-Partition auf Ihrer Festplatte heraus installieren können statt von Disketten. Eventuell können Sie auch per FTP oder NFS über ein TCP/IP-Netzwerk installieren. Lesen Sie die Details in der Dokumentation zu Ihrer Distribution nach.
Bei der Slackware-Distribution beispielsweise gehen Sie folgendermaßen vor:
Die Methoden zur Installation der Software sind sehr unterschiedlich. Wir hoffen, daß Ihre Installation sehr gut kommentiert ist, wie das bei den meisten Distributionen der Fall ist.
Jede Distribution bietet eine Methode an, nach der Installation der Software das neue Linux-System zu booten. Oft wird während der Installation eine »Boot-Diskette« erzeugt; diese enthält einen Linux-Kernel, mit dem Sie Ihr neu eingerichtetes Root-Dateisystem benutzen können. Um Linux zu starten, müssen Sie mit dieser Diskette booten; anschließend wird die Kontrolle über das System an die Festplatte abgegeben. Bei anderen Distributionen dient die Installationsdiskette gleichzeitig als Boot-Diskette.
Viele Distributionen bieten an, LILO auf Ihrer Festplatte zu installieren. LILO ist ein Programm, das sich im Master Boot Record (MBR) Ihrer Platte befindet. Dieses Programm ist in der Lage, verschiedene Betriebssysteme zu booten, darunter auch DOS und Linux. Sie können während des Boot-Vorgangs wählen, welches Betriebssystem booten soll.
Damit LILO erfolgreich installiert werden kann, muß das Programm eine ganze Menge über die Konfiguration Ihrer Festplatte wissen -- u.a. auch, welche Partition welches Betriebssystem enthält, wie die Betriebssysteme gebootet werden usw. Viele Distributionen versuchen bei der Installation von LILO zu »erraten«, welche Parameter für Ihre Konfiguration gelten.
Obwohl das nicht sehr häufig vorkommt, ist es doch möglich,
daß die von einigen Distributionen durchgeführte automatische
Installation von LILO nicht gelingt, und daß Ihr MBR dabei
durcheinandergerät (wahrscheinlich werden die eigentlichen Daten auf
Ihrer Festplatte davon nicht berührt). Insbesondere wenn Sie den
Boot-Manager von OS/2 benutzen, sollten Sie LILO
nicht
von der automatisierten Prozedur installieren lassen -- es gibt besondere
Anweisungen für das Zusammenspiel zwischen LILO und dem Boot-Manager von
OS/2, die wir weiter unten besprechen.
In vielen Fällen ist es das sicherste, zunächst von einer Diskette
zu booten, bis Sie dazu kommen, LILO von Hand zu konfigurieren. Wenn Sie ganz
besonders großes Vertrauen in Ihre Distribution haben, können Sie
natürlich LILO auch automatisch installieren lassen.
Im Abschnitt
»
LILO benutzen
«
von
Kapitel 4
werden wir im Detail beschreiben, wie Sie LILO für
Ihr spezielles System installieren und konfigurieren.
Falls alles geklappt hat, ist es jetzt an der Zeit zu gratulieren! Sie haben
soeben Linux auf Ihrem Rechner installiert. Holen Sie sich eine Diät-Cola
oder sonst etwas -- Sie haben es sich verdient.
Für den Fall, daß es doch Probleme gegeben hat, zeigt der Abschnitt
»
Wenn Probleme auftauchen
«
die häufigsten Fallstricke bei der Installation von Linux und wie
Sie darüber hinwegkommen.
Einige Distributionen von Linux enthalten weitere Schritte zur Installation,
mit denen Sie verschiedene Softwarepakete wie die TCP/IP-Vernetzung, das X
Window System usw. konfigurieren. Falls Ihnen während der Installation
solche Optionen angeboten werden, sollten Sie vielleicht jetzt die
entsprechenden Kapitel weiter hinten in diesem Buch lesen, damit Sie wissen,
wie diese Software konfiguriert wird. Ansonsten sollten Sie die Installation
von zusätzlicher Software verschieben, bis Sie genau wissen, wie die
Software konfiguriert werden muß.
Die Entscheidung liegt bei Ihnen: Falls alles andere nicht mehr hilft, lassen
Sie sich mittreiben und warten ab, was passiert. Mit größter
Wahrscheinlichkeit können Sie alles, was Sie jetzt verkehrt machen,
später wieder rückgängig machen. (Klopfen Sie auf Holz!)
Weitere Schritte bei der Installation
Fußnoten:
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