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Am Ende dieses Anhangs finden Sie eine Liste von FTP-Sites, auf denen Sie Linux finden können. Wenn Sie keinen direkten Zugang zum Internet haben, aber elektronische Mail mit dem Internet austauschen können, finden Sie dort Informationen über die Benutzung des ftpmail-Service.
Wenn Sie ein MS-DOS-, UNIX- oder VMS-System zum Downloaden der Dateien vom Internet benutzen, ist ftp meistens ein kommandozeilengesteuertes Programm. Es gibt aber auch andere Ausführungen von ftp, wie beispielsweise die Macintosh-Version namens Fetch, die eine menügesteuerte Oberfläche besitzen und ziemlich gut selbsterklärend sind. Aber auch wenn Sie keine kommandozeilengesteuerte Version von ftp benutzen, sollten die Informationen hier hilfreich sein.
ftp kann sowohl für den Upload (Senden) als auch für den Download (Empfangen) von Dateien nach bzw. von anderen Internet-Rechnern benutzt werden. Meistens werden Sie Dateien downloaden. Im Internet gibt es eine Vielzahl von öffentlich zugänglichen FTP-Archiv-Sites, Rechnern, die jedem erlauben, eine ftp-Verbindung aufzubauen und freie Software zu holen. Eine dieser FTP-Sites ist sunsite.unc.edu, die eine Menge Software für Sun Microsystems anbietet und eine der wichtigsten Linux-Sites ist. Außerdem spiegeln verschiedene FTP-Archiv-Sites ihr Softwareangebot, das bedeutet, daß Software, die auf dem einen Rechner abgelegt wird, automatisch auf bestimmte andere Rechner übertragen wird. Deshalb sollten Sie nicht überrascht sein, wenn Sie exakt die gleichen Dateien auf vielen verschiedenen Archiv-Sites finden.
Bitte beachten Sie, daß ich in den folgenden Beispielen nur die wichtigsten Informationen gebe. Bei Ihren eigenen Versuchen kann die Anzeige variieren. Kommandos, die von Ihnen eingegeben werden müssen, sind fett dargestellt, alles andere ist die Bildschirmausgabe des Programms.
Um ftp zu starten und die Verbindung zu einer Site aufzubauen geben Sie einfach das folgende Kommando ein:
ftp hostname
hier ist hostname der Name der Site, mit der Sie sich verbinden wollen. Um beispielsweise eine Verbindung zu der imaginären Site shoop.vpizza.com aufzubauen, können wir das Kommando
ftp shoop.vpizza.com
eingeben.
Wenn ftp gestartet ist, sehen wir etwas wie
Connected to shoop.vpizza.com 220 Shoop.vpizza.com FTPD ready at 15 Dec 1992 08:20:42 EDT Name (shoop.vpizza.com:mdw):
Hier fragt ftp nach einem Usernamen, unter dem wir uns bei shoop.vpizza.com anmelden wollen. Die Voreinstellung hier ist mwd, das ist mein Username auf dem System, von dem aus ich FTP benutze. Weil ich keinen Account auf shoop.vpizza.com habe, kann ich mich nicht als mich selbst einloggen. Stattdessen kann ich mich als anonymous einloggen und als Paßwort meine Email-Adresse angeben, um an die öffentlich zugängliche Software heranzukommen. Ich würde also eingeben:
Name (shoop.vpizza.com:mdw): anonymous 331-Guest login ok, send e-mail address as password. Password: mdw@sunsite.unc.edu 230- Welcome to shoop.vpizza.com 230- Virtual Pizza Delivery[tm]: Download pizza in 30 cycles or less 230- or you get it FREE! ftp>
Natürlich sollten Sie Ihre Email-Adresse anstelle meiner eingeben. Sie werden das Echo auf dem Bildschirm nicht sehen, während Sie tippen (weil es sich technisch um ein Paßwort handelt). ftp sollte uns nun das Einloggen erlauben, und wir sind bereit, Software zu übertragen.
OK, jetzt sind wir drin. ftp> ist unser Prompt und das ftp-Programm wartet auf Befehle. Es gibt ein paar einfache Kommandos, die Sie kennen müssen. Zuerst die Kommandos
ls Datei
und
dir Datei
die beide Listings von Dateien oder Verzeichnissen ausgeben. Datei ist ein optionales Argument, das eine spezielle Datei oder ein Verzeichnis zum Anzeigen angibt.) Der Unterschied zwischen beiden besteht vor allem darin, daß dir normalerweise ein etwas längeres Listing ausgibt (mit mehr Informationen über Dateigröße, Alter usw.). Die Anzeige von dir entspricht der des UNIX- Kommandos ls -l, das im Abschnitt »Dateien auflisten« des Kapitels 3 beschrieben wird.
Das Kommando
cd Verzeichnis
wechselt in das angegebene Verzeichnis (genau wie das cd-Kommando bei UNIX oder MS-DOS). Sie können das Kommando
cdup
verwenden, um in das nächsthöhere Verzeichnis zu wechseln.
Das Kommando
help kommando
gibt einen kurzen Hilfstext zum angegebenen ftp-Kommando aus. Wenn kein Kommando angegeben ist, wird eine Liste aller verfügbaren Kommandos ausgegeben.
Wenn wir an dieser Stelle dir eingeben, werden wir den Inhalt des Verzeichnisses sehen, in dem wir uns gerade befinden:
ftp> dir 200 PORT command successful 150 Opening ASCII mode data connection for /bin/ls. total 1337 dr-xr-xr-x 2 root wheel 512 Aug 13 13:55 bin drwxr-xr-x 2 root wheel 512 Aug 13 13:58 dev drwxr-xr-x 2 root wheel 512 Jan 25 17:35 etc drwxr-xr-x 19 root wheel 1024 Jan 27 21:39 pub drwxrwx-wx 4 root ftp-admi 1024 Feb 6 22:10 uploads drwxr-xr-x 3 root wheel 512 Mar 11 1992 usr 226 Transfer complete. 921 bytes received in 0.24 seconds (3.7 Kbytes/s) ftp>
Wie das »d« am Anfang jeder Zeile anzeigt, ist jeder dieser Einträge ein Verzeichnis, nicht eine einzelne Datei, die wir herunterladen können. Auf den meisten FTP-Archiv-Sites befindet sich die öffentlich zugängliche Software im Verzeichnis /pub, also lassen Sie uns dorthin gehen:
ftp> cd pub ftp> dir 200 PORT command successful. 150 ASCII data connection for /bin/ls (128.84.181.1,4525) (0 bytes). total 846 -rw-r--r-- 1 root staff 1433 Jul 12 1988 README -r--r--r-- 1 3807 staff 15586 May 13 1991 US.TXT.2 -rw-r--r-- 1 539 staff 52664 Feb 20 1991 altenergy -r--r--r-- 1 65534 65534 56456 Dec 17 1990 ataxx.tar.Z -rw-r--r-- 1 root other 2013041 Jul 3 1991 gesyps.tar.Z -rw-r--r-- 1 432 staff 41831 Jan 30 1989 gnexe.arc -rw-rw-rw- 1 615 staff 50315 Apr 16 1992 linpack.tar.Z -r--r--r-- 1 root wheel 12168 Dec 25 1990 localtime.o -rw-r--r-- 1 root staff 7035 Aug 27 1986 manualslist drwxr-xr-x 2 2195 staff 512 Mar 10 00:48 mdw -rw-r--r-- 1 root staff 5593 Jul 19 1988 t.out.h 226 ASCII Transfer complete. 2443 bytes received in 0.35 seconds (6.8 Kbytes/s) ftp>
Hier können wir ein paar möglicherweise interessante Dateien sehen. Eine davon heißt README, die sollten wir holen. (Die meisten FTP-Sites haben eine README-Datei im /pub-Verzeichnis.)
Bevor Sie anfangen, Dateien zu holen, müssen Sie auf ein paar Dinge achten.
Um die Ausgabe von Hashmarks einzuschalten, müssen Sie das Kommando hash eingeben:
ftp> hash Hash mark printing on (8192 bytes/hash mark). ftp>
Warum ist der Dateityp wichtig? Nur weil auf manchen Systemen (z.B. MS-DOS) bestimmte Zeichen, wie beispielsweise die Zeilenenden in einer Textdatei, umgewandelt werden müssen, damit die Datei lesbar ist. Während der Übertragung im Binärmodus wird keinerlei Umwandlung vorgenommen, die Datei wird einfach Byte für Byte kopiert.
Die Kommandos bin und ascii schalten den Übertragungsmodus auf Binär beziehungsweise Text. Benutzen Sie im Zweifelsfall immer den Binärmodus. Wenn Sie eine Binärdatei im Textmodus übertragen, wird sie zerstört und unbrauchbar. (Das ist einer der häufigsten Fehler bei der Benutzung von FTP.) Trotzdem können Sie den Textmodus zur Übertragung von einfachen Textdateien benutzen (deren Name endet häufig auf .txt).
In unserem Beispiel wollen wir die Datei README übertragen, die höchstwahrscheinlich eine Textdatei ist. Also benutzen wir das Kommando:
ftp> ascii 200 Type set to A. ftp>
Um Beispielsweise in das lokale Verzeichnis /home/db/mdw/tmp zu wechseln, benutzen Sie das Kommando
ftp> lcd /home/db/mdw/tmp Local directory now /home/db/mdw/tmp ftp>
Jetzt sind Sie bereit, tatsächlich eine Datei zu holen. Dazu wird das Kommando
get quelldatei zieldatei
benutzt. Als Quelldatei wird der Name der zu übertragenden Datei auf dem entfernten Rechner angegeben. Mit Zieldatei bestimmen Sie den Namen, unter dem die Datei nach der Übertragung auf dem lokalen Rechner erscheint. Die Angabe einer Zieldatei ist optional. Ohne diese Angabe wird die Datei unter dem gleichen Namen gespeichert, unter dem sie vom entfernten Rechner geholt wurde. Wenn Sie aber zum Beispiel die Datei README holen wollen und in Ihrem lokalen Verzeichnis bereits eine Datei dieses Namens existiert, möchten Sie wahrscheinlich der Zieldatei einen anderen Namen geben, damit die erste nicht überschrieben wird.
Um zum Beispiel die Datei README herunterzuladen, benutzen wir einfach
ftp> get README 200 PORT command successful. 150 ASCII data connection for README (128.84.181.1.4527) (1433 bytes). # 226 ASCII Transfer complete. local: README remote: README 1493 bytes received in 0.03 seconds (49 Kbytes/s) ftp>
Um Ihre FTP-Session zu beenden, geben Sie einfach das Kommando
quit
ein. Das Kommando
close
kann benutzt werden, um eine gerade bestehende Verbindung zu einem entfernten Rechner zu schließen; mit dem Kommando open kann dann eine weitere Verbindung zu einem anderen Rechner aufgebaut werden, ohne das FTP-Programm ganz zu verlassen.
ftp> close 221 Goodbye ftp> quit
Mit ftpmail können Sie Dateien von FTP-Archiv-Sites über normale Internet E-Mail abrufen. Wenn Sie keinen direkten Internet-Zugang haben, aber elektronische Mail in das Internet senden können, dann ist ftpmail ein guter Weg, um Dateien von FTP Archiven zu holen. Leider kann ftpmail sehr langsam sein, besonders wenn die gesendete Datenmenge sehr groß ist. Bevor Sie versuchen, mit ftpmail eine größere Menge Software zu holen, sollten Sie sich vergewissern, daß im Spoolbereich Ihres Mailsystems genügend Platz für die Bearbeitung der ankommenden Daten frei ist. Viele Systeme beschränken den Plattenplatz für ankommende Mail und könnten sogar Ihren Account löschen, wenn Sie diese Beschränkung nicht einhalten.
ftp.informatik.tu-muenchen.de, eine der größten FTP-Archiv-Sites für Linux in Deutschland, der alle wichtigen Server weltweit spiegelt, betreibt einen ftpmail-Server. Um diesen Service zu nutzen, schicken Sie eine Email an
ftp-mailer@ftp.informatik.tu-muenchen.de
mit einem Mailtext aus dem einzelnen Wort
help
Dadurch wird Ihnen eine Liste aller Kommandos für ftpmail und eine kurze Anleitung für die Benutzung des Systems zugeschickt.
Um beispielsweise eine Liste aller von ftp.informatik.tu-muenchen.de erhältlichen Dateien zu bekommen, schicken Sie eine Mail an die oben genannte Adresse mit dem folgenden Text:
get index
Andere FTP-Sites erreichen Sie über den ftpmail-Server von sunsite.unc.edu unter der Email-Adresse ftpmail@sunsite.unc.edu. Sie erhalten eine Kurzanleitung, indem Sie in der oben beschriebenen Form Hilfe anfordern.
Tabelle C-1 zeigt eine Liste der bekanntesten FTP-Archiv-Sites, die Linux-Software anbieten. Beachten Sie bitte, daß diese Archive von vielen anderen Rechnern gespiegelt werden, so daß Sie sehr wahrscheinlich auf einer großen Zahl weiterer Rechner auf Linux stoßen werden.
----------------------------------------------------------------- Name der Site IP Adresse Verzeichnis----------------------------------------------------------------- tsx-11.mit.edu 18.172.1.2 /pub/linux sunsite.unc.edu 152.2.22.81 /pub/Linux nic.funet.fi 128.214.6.100 /pub/OS/Linux ftp.ibr.cs.tu-bs.de 134.169.34.15 /pub/os/linux ftp.dfv.rwth-aachen.de 137.226.4.111 /pub/linux ftp.cs.tu-berlin.de 130.149.17.7 /pub/linux ftp.informatik.rwth-aachen.de 137.226.225.3 /pub/Linux ftp.informatik.hu-berlin.de 141.20.20.38 /pub/os/linux ftp.informatik.tu-muenchen.de 131.159.0.198 /pub/comp/os/linux ftp.rz.uni-karlsruhe.de 129.13.96.2 /pub/linux ftp.uni-erlangen.de 131.188.34.43 /pub/Linux nic.switch.ch 130.59.1.40 /mirror/linux wuarchive.wustl.edu 128.252.135.4 /mirrors/linux ftp.mcc.ac.uk 130.88.203.12 /pub/linux sunsite.doc.ic.ac.uk 146.169.2.10 /packages/linux ftp.win.tue.nl 131.155.70.100 /pub/linux ftp.sun.ac.za 146.232.213.2 /pub/linux ftp.ibp.fr 132.227.60.2 /pub/linux ftp.lysator.liu.se 130.236.254.1 /pub/linux ftp.luth.se 130.240.18.2 /pub/linux -----------------------------------------------------------------
tsx-11.mit.edu, sunsite.unc.edu und nic.funet.fi sind die »Heimatrechner« für Linux-Software, auf denen die meisten neuen Programme abgelegt werden. Die meisten anderen Rechner auf dieser Liste spiegeln irgendeine Kombination dieser drei. Um Netzwerk-traffic zu vermeiden, sollten Sie aus der Liste den Rechner auswählen, der Ihnen geografisch am nächsten liegt.