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Kampagne für eine klare Sprache in
der Verwaltung
"Behördendeutsch" soll bei der Stadt Saarbrücken
der Vergangenheit angehören. Damit wir uns gerade im
Schriftverkehr mit einer einheitlichen Sprache präsentieren,
bieten wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen
Seminarzyklus an, der sie für den "neuen" Umgang mit
den Kundinnen und Kunden fit machen soll. Neuer Briefstil, neue
Anreden und neue Grußformen stehen im Blickpunkt. Mit dem Satz "Seid
freundlich!" ist es aber genauso wenig getan wie mit der
Aufforderung "Jetzt seid doch mal spontan!"
Freundlichkeit muss auf zwei Beinen stehen: auf professionellem,
modernen Service und auf Motivation der Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter. Doch neue Vorgaben gab es bei uns noch keine. Also mußte
sich bisher jeder selbst "durchwurschteln". Dies hat sich
jetzt jedoch geändert. Die Landeshauptstadt geht neue Wege und
gibt den Kolleginnen und Kollegen moderne Kommunikationsformen an die
Hand. Eine sogenannte "corporate communication" für
Form und Stil. "Partnerschaftlich" heißt das
Zauberwort. Weg von "verknöchertem Beamtendeutsch" hin
zu partnerschaftlichem Umgang mit den Bürgerinnen und Bürgern,
lautet die Devise. "Buckeln" ist nicht mehr angesagt. Der
aufrechte Gang ist für alle Partner erstrebenswert. Für die
Kundenbeziehung heißt das: konsequente Kundenorientierung - auf
keinen Fall aber devotes Verhalten.
Der Saarbrücker Autor und Journalist Gerhard Bungert hat
ein Konzept für bürgerfreundlichen Schriftverkehr
entwickelt. Die Schulung der Kolleginnen und Kollegen übernimmt
er gemeinsam mit Cornelia Lechucki von Kotext. Im Verlauf der
Workshops und Seminare wird eine "Saarbrücker
Korrespondenzfibel" erstellt. Parallel dazu wird eine interne
Texthotline für Fragen beim Personal- und Organisationsamt
eingerichtet. Der Andrang bei den Seminaren ist groß und die
Resonanz bisher recht positiv. Die Kolleginnen und Kollegen sind froh,
endlich auf Alternativen zum "ausgeleierten" Behördendeutsch
zurückgreifen zu können. |