Falls keine Angaben vorliegen, setzt LaTeX als Standardschriftart Roman in der Größe 10 Punkt ein. Als Standardformatierung für Absätze wird der Blocksatz gewählt, wobei die erste Zeile eingerückt wird.
Natürlich will man nicht immer den Blocksatz benutzen. Es kann ja vorkommen, daß man einen Teil des Textes z. B. zentriert darstellen möchte. Dazu muß man den Teiltext in eine sogenannte Umgebung einschließen. Sie hat allgemein die Form:
\begin{umgebung}
Teiltext
\end{umgebung}
Dabei wird für umgebung der entsprechende Befehl eingesetzt mit
dem der Teiltext formatiert werden soll. Nach Beenden der Umgebung gelten
dann wieder die 'alten' Einstellungen.
Wir wollen nun probieren den ersten Absatz zentriert zu
formatieren. Dazu ändern Sie ihn wie folgt:
\begin{center}
Bei der Verwendung von \LaTeX\ verfallen viele Autoren in
den Fehler, nach Angabe der logischen Struktur das von
\LaTeX\ bestimmte Layout verbessern zu wollen. Dabei
spielen für sie ästhetische Gesichtspunkte die
wichtigere Rolle: das fertige Schriftstück soll schön
aussehen, wobei das jeweilige Schönheitsideal natürlich
persönlichkeitsgefärbt ist.
\end{center}
Um den Absatz links- bzw. rechtsbündig zu formatieren benutzen Sie den
Befehl flushleft bzw. flushright. Falls Sie einen anderen
Zeilenumbruch wollen, so können Sie dies durch Einfügen von \\ an der
entsprechenden Stelle erreichen.
Für weitere Änderungen im ersten Absatz müssen die entsprechenden Befehle
innerhalb der Umgebung eingefügt werden. Auch hier gilt, daß diese
Befehle nur innerhalb der Umgebung gültig sind.
Als Beispiel wollen wir den ersten Satz
fett und den zweiten Satz kursiv formatieren. Bei LaTeX wird in diesem Fall
die Schrift art geändert und nicht einfach der Schrift schnitt.
Solche Befehle, die den Wert oder die Bedeutung von anderen Befehlen ändern,
nennt man auch Erklärungen.
Ihre Gültigkeit endet mit einer Erklärung desselben Typs, oder
am Ende der Umgebung.
Dazu fügen wir innerhalb der Umgebung vor Bei der Verwendung ... die
Erklärung \bf ein und vor Dabei spielen ... die Erklärung \em ein.
Die erste Erklärung schaltet die Schriftart Roman in Bold Face um, die zweite Bold Face in Italic um. Da Erklärungen auch Befehle sind, bleiben wir bei diesem Begriff, um nicht weiter zu verwirren. Der erste Absatz müßte nun wie folgt aussehen:
Bei der Verwendung von LaTeX verfallen viele Autoren in den Fehler, nach Angabe der logischen Struktur das von LaTeX bestimmte Layout verbessern zu wollen. Dabei spielen für sie ästhetische Gesichtspunkte die wichtigere Rolle: das fertige Schriftstück soll schön aussehen, wobei das jeweilige Schönheitsideal natürlich persönlichkeitsgefärbt ist.
Die meisten Befehle können für umgebung eingesetzt werden, man
muß lediglich den vorangehenden '\' weglassen. Die meisten sind aber
nicht alle, so läßt sich z. B. der underline Befehl zum unterstreichen
von Textteilen nicht als Umgebung benutzen. Die Benutzung dieses Befehls weicht
von der gewohnten Syntax ab, da er im Mathematischen Modus definiert ist.
Alle Erklärungen, die Sie bis jetzt gelesen und durchgearbeitet haben, galten
für den Paragraph-Modus. Das ist der Modus, in dem sich LaTeX\
normalerweise befindet und Text als eine Sequenz von Wörtern versteht. Mit
speziellen Befehlen wird LaTeX in den Mathematischen Modus
umgeschaltet, wo er Text als Formeln auffaßt. Die Befehle des
Mathematischen Modus stehen nicht ohne weiteres im Paragraph-Modus zur
Verfügung. Eine Ausnahme bildet eben der underline Befehl. Die Syntax,
um ein Wort zu unterstreichen lautet:
\underline{zu unterstreichender Text}
Da es sich um einen Befehl aus dem Mathematischen Modus handelt, findet
auch der Zeilenumbruch nicht automatisch statt, man muß manuell durch Einfügen
von \\ selbst dafür sorgen, daß die Zeile nicht über die Ränder
hinausgeht.
Eine weitere Möglichkeit der Teiltextänderung erfolgt durch
namenslosen Umgebungen. Eine namenslose Umgebung
wird mit { geöffnet und } beendet. Um beispielsweise im zweiten Absatz nur
die zwei Worte ... leichte Lesbarkeit ... fett zu markieren müßten Sie
folgende Ergänzung vornehmen:
... {\bf leichte Lesbarkeit} ...
Auch hier kann man die meisten LaTeX Befehle benutzen. Man sollte
allerdings wissen, daß dabei Nebeneffekte auftauchen können. Man bezeichnet
solche Effekte auch als 'dirty tricks' --- 'schmutzige Tricks', da sie quasi
undokumentierte Funktionen darstellen. Ein einfaches Beispiel wäre die Anwendung
des center Befehls:
{\center Professionelle Verlagsdesigner erstellen dagegen ein
Layout, das vorrangig die {\bf leichte Lesbarkeit} und bessere
Verständlichkeit beim Leser zum Ziel hat. Hierzu gehören
die richtigen Größenverhältnisse und Schriftarten, die
maximale Zeilenlänge in Abhängigkeit von der gewählten
Schriftgröße, die Einrücktiefe bei Hervorhebungen und
vieles mehr.}
Als Ergebnis erhalten Sie nicht wie vielleicht erwartet einen zentrierten
Text, sondern vielmehr Blocksatz ohne Einrückung mit abgeschalteter Trennung!
Wenn Sie jedoch den Zeilenumbruch manuell in den Text einfügen, kriegen Sie das
gewünschte Resultat!