ist eine serverseitige, in
HTML
eingebettete Scriptsprache - oder mit anderen
Worten: PHP-Scripte werden auf dem Server ausgeführt, im Gegensatz z.B. zu üblichem
JavaScript und Java
. Der Programmcode wird in die
HTML-Quelldatei geschrieben und somit i.A. nicht in einer extra ,,PHP-Datei`` abgelegt. Als Script werden Programme bezeichnet, die keine eigenständigen Programme
sind, weil sie nicht kompliziert genug sind und andere Programme benötigen, um ausgeführt
zu werden.
Im Gegensatz zu HTML und JavaScript erscheint der eigentliche PHP-Code i.A. nicht auf der
Clientseite, d.h. der Quellcode, den man sich im Browser auch ansehen kann, enthält für
gewöhnlich keinen PHP-Code
. Der HTML-Code wird beim Abruf der Webseite,
wie bei normalen Seiten auch, 1:1 an den Client geschickt; der PHP-Code wird durch den
Server ausgeführt und dann die Ausgabe an den Client gesandt. Es ist auch möglich,
PHP-Scripte ganz ohne (sichtbare) Ausgabe laufen zu lassen - auch das kann sinnvoll sein.
Immer wenn man sich fragt, ob etwas möglich ist, muß man überlegen, ob dazu eine Aktion auf dem Server (wo die Webseite liegt) oder auf dem Client (wo die Webseite angezeigt wird) notwendig ist. Z.B.: Ist es möglich, mit einem PHP-Befehl die aktuelle Webseite auszudrucken? Die Antwort ist ganz einfach: Damit auf dem Client die Seite ausgedruckt wird, muß dem Browser ein Befehl übermittelt werden. Da PHP aber auf dem Server ausgeführt wird, kann es diesen Befehl folglich nicht selbst in die Tat umsetzen. Auf dem Client wird aber z.B. JavaScript ausgeführt, das einen Befehl anbietet, der die Seite ausdruckt (sofern JavaScript aktiviert ist). Für viele andere Aktionen ist aber nicht einmal JavaScript nötig.
Im vorigen Kapitel wurde SQL beschrieben, jetzt wird PHP erklärt. Dies sind zwei
voneinander unabhängige Sprachen, die erst einmal nichts miteinander zu tun
haben
! Auch wenn es Funktionen in beiden Sprachen gibt, die ähnlich heißen, können
sie sich doch deutlich unterscheiden. Im weiteren Verlauf wird gezeigt, wie man die beiden
Programmiersprachen zusammenführt. Auch dann muß man sich weiter im Klaren darüber sein,
was SQL und was PHP ist.
1. <? echo "Hello world!"; ?>
2. <?php echo "Hello world!"; ?>
3. <script language="php">
echo "Hello world!";
</script>
Die erste Möglichkeit ist die kürzeste und damit bei vielen die beliebteste (wer ist nicht
gerne faul?). Sie ist allerdings nicht XML-konform, so daß später Probleme auf den
Programmierer zukommen können, wenn man sie benutzt. Außerdem gibt es Server, die diese
Variante nicht erkennen. Ich benutze immer die zweite Variante; sie ist kurz aber dennoch
XML-Konform.
Die Sprache PHP ist hauptsächlich von C, aber auch von Java und Perl (die ihrerseits von C
beeinflußt wurden) beeinflußt. Aber auch für Pascal/Delphi-Programmierer ist die Sprache nicht
schwer zu erlernen.
Eine Anweisung wird immer mit einem `;` abgeschlossen.
$var = 123; echo 'Die Variable $var hat den Wert 123!\n'; echo "Die Variable $var hat den Wert 123!\n";Das erste echo gibt ,,Die Variable $var hat den Wert 123!
\n`` aus, das zweite
hingegen ,,Die Variable 123 hat den Wert 123!`` mit folgendem Zeilenumbruch.
echo "Say \"Hello World\" my friend"; // Gibt aus: Say "Hello World!" my friendWie man sieht, müssen doppelte Anführungsstriche anders geschrieben werden. Dieses Vorgehen nennt man Quoten oder Quoting
. Es ist
insbesondere für das Ausgeben von HTML-Quelltext in Verbindung mit echo und
print nötig und kann u.U. zu Problemen führen, wenn man vergißt, in allen
Teilstrings zu quoten. Siehe auch Kapitel 11 (Fehlersuche).
$var1 = "Hallo"; $var2 = "Welt!"; echo $var1," ",$var2; echo $var1." ".$var2; print ($var1." ".$var2); $res = print ($var1." ".$var2);
$a = $b;
| Beispiel | Name | Ergebnis |
| $a + $b | Addition | Summe von $a und $b |
| $a - $b | Subtraktion | Differenz von $a und $b |
| $a * $b | Multiplikation | Produkt von $a und $b |
| $a / $b | Division | Dividend von $a und $b |
| $a % $b | Modulo | Rest der Division von $a und $b |
Wenn beide Operanden bei der Division vom Typ integer (ganzzahliger Wert) sind, ist das Ergebnis ebenfalls integer. Sobald ein Operand eine Kommazahl ist, ist das Ergebnis auch eine Kommazahl.
Befehle wie `$a = $a + 5` kann man etwas abkürzen:
$a += 5; // entspricht $a = $a + 5; $a *= 2; // entspricht $a = $a * 2; $i++; // entspricht $i = $i + 1; $i--: // entspricht $i = $i - 1;
$a = "Hello "; $b = $a . "World!"; // jetzt ist $b = "Hello World!"Auch hier lassen sich Befehle der Form `$a = $a . ``noch etwas Text``` abkürzen:
$a = "Hello "; $a .= "World!";
|
Der Unterschied zwischen den beiden UND und ODER liegt in deren Priorität verglichen mit anderen Operatoren.
|
echo "Noch kein Kommentar!"; /* Dies ist ein Kommentar, der auch über mehrere Zeilen gehen kann */ // Dies ist wieder ein Kommentar, der bis zum Ende der Zeile geht echo "Kein Kommentar mehr!";Die erste und die letzte Zeile sind Befehle, der Rest ist Kommentar.
| int, integer | Integer |
| real, double, float | Double |
| boolean | Boolean |
| string | String |
| array | Array |
| object | Objekt |
Wird einer Integervariablen ein Wert außerhalb des oben genannten Wertebereichs zugewiesen, wird die Variable in den Typ ,double` umgewandelt.
Man kann Zahlen nicht nur in dem uns geläufigen Dezimalsystem (Basis: 10) eingeben. Es gibt auch noch das hexadezimale System (Basis: 16) und Oktalsystem (Basis: 8). Damit PHP weiß, was wir meinen, wird bei Hexadzimalzahlen ein ,,0x`` und bei Oktalzahlen eine ,,0`` vorangestellt. Diese Zahlensysteme werden häufig wegen ihrer stärkeren Hardware-Nähe benutzt. Für uns sind sie im Moment eher weniger interessant.
Betrachten wir als erstes die doppelten Anführungszeichen (``). Um z.B. innerhalb
der Anführungszeichen eines echo- oder print-Befehls eines zu schreiben
(so, daß es ausgegeben wird), muß dieses mit einem Backslash (\)
versehen werden, weil es sonst den String beenden würde. Buchstaben mit einem
vorangestellten Backslash werden als ,,escaped characters
`` bezeichnet. Eine Übersicht der
escaped characters gibt es in Tabelle 6.6.
|
Auch bei den einfachen Anführungszeichen gibt es escaped characters: Es können genau zwei verwendet werden, nämlich \` (einfaches Anführungszeichen) und \\ (Backslash).
Ein String ist im Prinzip ein Array aus Zeichen. Dadurch kann man problemlos auf einzelne Zeichen zugreifen. Z.B. wird mit $string[n] auf das n-te Zeichen im String zugegriffen. Erfordert eine Funktion als Parameter nun unbedingt ein richtiges Array, muß der String erst konvertiert werden. Die einfachste mir bekannte Möglichkeit ist mit Hilfe einer kleinen for-Schleife (hier in eine Funktion verpackt):
/**
* Die Funktion wandelt einen String in ein Array um und gibt dieses zurück.
*
* @param string Der Text, der umgewandelt werden soll
* @return array Array mit den einzelnen Buchstaben des Textes
*/
function str2array($text){
$ar = array();
for ($i=0; $i<strlen($text); $i++){
$ar[] = $text[$i];
}
return $ar;
}
Die bisher unbekannten Befehle sollen erstmal nicht weiter stören, sie werden weiter unten erklärt. Mehr zu Funktionen im Kapitel 6.7.
Ein kleines Beispiel zu den bis hierher beschriebenen Datentypen:
Die Funktion int floor(float number) schneidet die Nachkommastellen ab und gibt
einen Integer zurück.
$a = 1234; \\ $a ist ein Integer $b = (double) $a; \\ $b ist ein Double mit dem Wert 1234 $a = 0123; \\ Oktalzahl (äquivalent zu 83 dezimal) $a = 0xbad; \\ Hexadezimalzahl (äquivalent zu 2989 dezimal) echo floor((0.1+0.7)*10); \\ Ausgabe ist 7
$monat[1] = "Januar"; $monat[2] = "Februar"; $monat[3] = "März"; $monat[4] = "April"; $monat[5] = "Mai"; $monat[6] = "Juni"; $monat[7] = "Juli"; $monat[8] = "August"; $monat[9] = "September"; $monat[10] = "Oktober"; $monat[11] = "November"; $monat[12] = "Dezember";Oder als Tabelle:
| Zeile | Name |
|---|---|
| 1 | Januar |
| 2 | Februar |
| 3 | März |
| 4 | April |
| 5 | Mai |
| 6 | Juni |
| 7 | Juli |
| 8 | August |
| 9 | September |
| 10 | Oktober |
| 11 | November |
| 12 | Dezember |
Bei dieser Tabelle spricht man von einer 1-dimensionalen Tabelle, weil eine Koordinate (die Zeilennummer) ausreicht, um jedes Feld eindeutig zu bestimmen. Der Index (=Zeilennummer) wird in eckigen Klammer hinter dem Array-Namen angegeben.
Wenn man neben dem Monatsnamen auch die Anzahl der Tage im jeweiligen Monat abspeichern will, braucht man eine 2-dimensionale Tabelle:
| Zeile | Name | Tage |
|---|---|---|
| 1 | Januar | 31 |
| 2 | Februar | 28 |
| 3 | März | 31 |
| 4 | April | 30 |
| 5 | Mai | 31 |
| 6 | Juni | 30 |
| 7 | Juli | 31 |
| 8 | August | 31 |
| 9 | September | 30 |
| 10 | Oktober | 31 |
| 11 | November | 30 |
| 12 | Dezember | 31 |
Und das ganze in PHP:
$monat[1]["Name"] = "Januar"; $monat[1]["Tage"] = 31; $monat[2]["Name"] = "Februar"; $monat[2]["Tage"] = 28; $monat[3]["Name"] = "März"; $monat[3]["Tage"] = 31; $monat[4]["Name"] = "April"; $monat[4]["Tage"] = 30; $monat[5]["Name"] = "Mai"; $monat[5]["Tage"] = 31; $monat[6]["Name"] = "Juni"; $monat[6]["Tage"] = 30; $monat[7]["Name"] = "Juli"; $monat[7]["Tage"] = 31; $monat[8]["Name"] = "August"; $monat[8]["Tage"] = 31; $monat[9]["Name"] = "September"; $monat[9]["Tage"] = 30; $monat[10]["Name"] = "Oktober"; $monat[10]["Tage"] = 31; $monat[11]["Name"] = "November"; $monat[11]["Tage"] = 30; $monat[12]["Name"] = "Dezember"; $monat[12]["Tage"] = 31;
In diesem Beispiel sehen wir zwei wichtige Eigenschaften von Arrays in PHP: Zum einen werden bei mehreren Dimensionen die Indizes einzeln in eckigen Klammern hinter dem Array-Namen angegeben. Zum anderen kann man bei PHP, im Gegensatz zu gewöhnlichen Programmiersprachen, für die Indizes beliebige Datentypen verwenden. Dadurch werden sogenannte assoziative Arrays möglich.
Wie kann man sich n-dimensionale Arrays vorstellen? Bei 3 Dimensionen ist es noch relativ einfach: Nimmt man mehrere 2-dimensionale Arrays und legt diese aufeinander, hat man die 3. Dimension. Ab der 4. Dimension wird das schon etwas schwerer. Aber im Zweifelsfall muß man sich die Arrays nicht vorstellen, sondern nur Daten in ihnen speichern.
if (expr) statement`expr` ist Platzhalter für die Bedingung und `statement` für den Befehl, der bei erfüllter Bedingung ausgeführt werden soll. Als Beispiel:
if ($a>$b) print "a ist größer als b";Falls man mehr als einen Befehl hat, der ausgeführt werden soll, so ist auch das möglich. Man muß die Befehle nur in geschweifte Klammern einschließen:
if ($a>$b) {
print "a ist größer als b";
$b = $a;
}
Man kann natürlich auch nur einzelne Befehle in geschweifte Klammern einschließen (und sei es nur, um einheitlich zu programmieren).
if ($a>$b) print "a ist größer als b"; if ($a<=$b) print "a ist nicht größer als b";...oder aber den ELSE-Zweig verwenden:
if ($a>$b) print "a ist größer als b"; else print "a ist nicht größer als b";
Analog zu IF kann man auch hier mehrere Befehle pro Zweig (IF, ELSE) angegeben; in diesem Fall müssen diese Anweisungen in geschweiften Klammern geschrieben werden. Kombinationen (z.B. geschweifte Klammern bei IF, aber keine bei ELSE) sind möglich.
if ($a > $b) {
print "a ist größer als b";
} elseif ($a == $b) {
print "a ist gleich b";
} else {
print "a ist kleiner als b";
}
<?php if ($a<$b): ?> <h1>A ist kleiner als B</h1> <?php endif; ?>Der HTML-Text wird nur dann ausgegeben, wenn die Bedingung ,,A kleiner B`` erfüllt ist. Es können auch mehrere HTML-Zeilen benutzt werden. Hier machen geschweifte Klammern natürlich keinen Sinn, wie auch im folgenden Fall.
(Bedingung?Rückgabewert wenn true:Rückgabewert wenn false)An einem konkreten Beispiel:
<?php echo ($a < $b?"A ist kleiner B":""); ?>Ich jedoch mag ich diese Syntax nicht besonders, weil sie mir zu unübersichtlich ist. Mein Lektor ist da anderer Ansicht. ;-)
WHILE (expr) statementDie Bedeutung der WHILE-Schleife ist einfach: Solange die Bedingung `expr` erfüllt ist, wird die Anweisung `statement` ausgeführt. Falls die Bedingung von Anfang an nicht erfüllt ist, wird die Anweisung überhaupt nicht ausgeführt. Analog zu IF müssen mehrere Anweisungen, die zur selben WHILE-Schleife gehören, in geschweifte Klammern eingeschlossen werden.
Man kann auch die alternative Syntax nehmen:
WHILE (expr) : statement ... ENDWHILE;Das Ergebnis der folgenden Beispiele ist identisch; beide geben die Zahlen von 1 bis 10 aus.
/* Beispiel 1 */
$i=1;
while ($i<=10) {
print $i++; // $i wird erst ausgegeben und dann inkrementiert (um eins erhöht)
}
/* Beispiel 2 */
$i=1;
while ($i<=10):
print $i;
$i++;
endwhile;
$i=0;
do {
print $i;
} while ($i>0); // $i wird genau einmal ausgegeben
Für Pascal/Delphi-Kenner:
FOR (expr1; expr2; expr3) statementDer erste Ausdruck `expr1` wird genau einmal, am Anfang, ausgeführt. Damit initialisiert man in der Regel die Variable.
Analog zu IF müssen mehrere Anweisungen, die zur selben FOR-Schleife gehören, in geschweifte Klammern eingeschlossen werden.
Die FOR-Schleife kann im Prinzip auch mit einer WHILE-Schleife nachgebildet werden. Allgemein ausgedrückt (mit den oben verwendeten Bezeichnern) sähe das dann so aus:
expr1;
while (expr2){
statement
expr3;
}
Die folgenden Beispiele geben jeweils die Zahlen von 1 bis 10 aus:
/* Beispiel 1 */
for ($i=1; $i<=10; $i++) {
print $i;
}
/* Beispiel 2 */
for ($i=1;;$i++) {
if ($i > 10) {
break;
}
print $i;
}
/* Beispiel 3 */
$i=1;
for (;;) {
if ($i>10) {
break;
}
print $i;
$i++;
}
/* Beispiel 4 */
$i=1;
while ($i<=10){
print $i;
$i++;
}
Das erste Beispiel ist natürlich das geschickteste. Im vierten Beispiel ist die
FOR-Schleife mit Hilfe von WHILE nachgebildet worden. Wir sehen als
erstes die Initialisierung ($i wird auf 1 gesetzt). Die WHILE-Schleife
läuft so lange, wie die Laufbedingung erfüllt ist ($i muß kleiner/gleich 10
sein). Dann kommt die eigentliche Anweisung (Ausgabe der Variablenwerte) und als letztes wird
$i inkrementiert
.
Mit break wird die aktuelle Schleife verlassen.
Hier zwei Beispiele, die dasselbe Ergebnis ausgeben - einmal mit einer Reihe von IF-Anweisungen und einmal mit einer SWITCH-Anweisung gelöst:
/* Beispiel 1 */
if ($i == 0) {
print "i ist gleich 0";
}
if ($i == 1) {
print "i ist gleich 1";
}
/* Beispiel 2 */
switch ($i) {
case 0:
print "i ist gleich 0";
break;
case 1:
print "i ist gleich 1";
break;
}
Es ist wichtig zu wissen, wie die SWITCH-Anweisung arbeitet, um Fehler zu vermeiden. Bei der SWITCH-Anweisung wird Zeile für Zeile (wirklich, Anweisung für Anweisung!) abgearbeitet. Am Anfang wird kein Code ausgeführt. Nur dann, wenn eine CASE-Anweisung mit einem Wert gefunden wird, der gleich dem Wert der SWITCH-Ausdruckes ist, fängt PHP an, die Anweisungen auszuführen. PHP fährt fort, die Anweisungen bis an das Ende des SWITCH-Blockes auszuführen oder, bis es das erste Mal auf eine BREAK-Anweisung stößt. Wenn man keine BREAK-Anweisung an das Ende einer CASE-Anweisung schreibt, fährt PHP fort, Anweisungen über den folgenden Fall auszuführen. Z.B.:
/*Beispiel 3 */
switch ($i) {
case 0:
print "i ist gleich 0";
case 1:
print "i ist gleich 1";
}
Falls $i gleich 0 sein sollte, würden beide Anweisungen ausgegeben, was in diesem Fall nicht erwünscht wäre.
Dieses Verhalten kann aber auch bewußt genutzt werden, wie man in den folgenden Fällen sieht:
/*Beispiel 4 */
switch($i) {
case 0:
print "i ist gleich 0";
break;
case 1:
case 2:
print "i ist gleich 1 oder 2";
}
/*Beispiel 5 */
switch($i) {
case 0:
print "i ist gleich 0";
case 1:
case 2:
print "i ist gleich 0 oder 1 oder 2";
}
Ein spezieller Fall ist der default-Fall. Dieser Fall trifft auf alles zu, was nicht von den anderen Fällen abgedeckt wird.
/* Beispiel 6 */
switch ($i) {
case 0:
print "i ist gleich 0";
break;
case 1:
print "i ist gleich 1";
break;
default:
print "i ist ungleich 0, 1";
}
include("dateiname");
fügt an dieser Stelle den Inhalt der Datei `dateiname` ein. Dadurch ist es möglich,
Quellcode, der in mehreren Dateien benötigt wird, zentral zu halten, so daß Änderungen
einfacher werden.
Die Datei, die eingefügt wird, wird als HTML-Code interpretiert, deshalb muß, wenn in der Datei nur PHP-Code steht, diese Datei mit <?php anfangen und mit ?> aufhören (bzw. mit anderen PHP-Code-Markierungen, siehe Kapitel 6.2).
Wenn include() in Verbindung mit Bedingungen oder Schleifen eingesetzt wird, muß es immer in geschweiften Klammern geschrieben werden.
/* So ist es falsch */
if ($Bedingung)
include("Datei.inc");
/* So ist es richtig */
if ($Bedingung){
include("Datei.inc");
}
test.txt
Dies ist ein einfacher Text.<br> Die Variable i hat den Wert <?php echo $i; ?>.<br>
test1.txt
Datei test1.txt
test2.txt
Datei test2.txt
Aber jetzt zu den Beispielen:
echo "Erstmal ein einfaches include/require<br>\n";
$i = 5;
include("test.txt");
require("test.txt");
Die Ausgabe des Scripts ist, wie zu erwarten, folgende:
Erstmal ein einfaches include/require<br> Dies ist ein einfacher Text.<br> Die Variable i hat den Wert 5.<br> Dies ist ein einfacher Text.<br> Die Variable i hat den Wert 5.<br>
Auch in Schleifen können include() und require() verwendet werden.
echo "\nKleine for-Schleife für include<br>\n";
for ($i=1;$i<=3;$i++){
include("test.txt");
}
echo "\nKleine for-Schleife für require<br>\n";
for ($i=1;$i<=3;$i++){
require("test.txt");
}
Auch hier ist die Ausgabe, wie zu erwarten:
Kleine for-Schleife für include Dies ist ein einfacher Text. Die Variable i hat den Wert 1. Dies ist ein einfacher Text. Die Variable i hat den Wert 2. Dies ist ein einfacher Text. Die Variable i hat den Wert 3. Kleine for-Schleife für require Dies ist ein einfacher Text. Die Variable i hat den Wert 1. Dies ist ein einfacher Text. Die Variable i hat den Wert 2. Dies ist ein einfacher Text. Die Variable i hat den Wert 3.
Als letztes ein Beispiel, wo man einen Unterschied zwischen include() und require() sehen kann:
echo "\nKleine for-Schleife für include<br>\n";
for ($i=1;$i<=3;$i++){
include("test$i.txt");
}
echo "\nKleine for-Schleife für require<br>\n";
for ($i=1;$i<=3;$i++){
require("test$i.txt");
}
Hier gibt es eine Unterschied zwischen PHP3 und PHP4. Die Ausgabe bei PHP3 ist folgende:
Kleine for-Schleife für include<br> Datei test1.txt Datei test2.txt <br> <b>Warning</b>: Failed opening 'test3.txt' for inclusion in <b>.... Kleine for-Schleife für require<br> Datei test1.txt Datei test1.txt Datei test1.txt
Die Ausgabe von PHP4:
Kleine for-Schleife für include<br> Datei test1.txt Datei test2.txt <br> <b>Warning</b>: Failed opening 'test3.txt' for inclusion (include_path='') in <b>.... Kleine for-Schleife für require<br> Datei test1.txt Datei test2.txt <br> <b>Fatal error</b>: Failed opening required 'test3.txt' (include_path='') in <b>....
Die include()-Anweisung wird bei PHP3 und PHP4 identisch behandelt. In beiden Fällen wird versucht die Datein ,,test1.txt``,,,test2.txt`` und ,, test3.txt`` einzufügen, wobei letzteres mangels vorhandener Datei nicht funktioniert.
Bei require() sieht das ganze etwas anders aus. PHP3 verhält sich, wie ich es erwartet habe. Die Datei wird einmal eingefügt und dann wird der Inhalt der Datei mehrmals aufgerufen. Bei PHP4 verhält sich die require() merkwürdigerweise wie die include() Anweisung. :-/
Das ganze hat einen ganz einfachen Sinn. Bei umfangreichen Webseiten gibt es häufig eine Datei, die die zentralen Funktionen enthält. Da diese in den Webseiten benötigt werden, fügt man sie immer am Anfang ein. Soweit kein Problem. Sobald aber mehrere zentrale Funktionsdateien existieren, die sich auch untereinander benötigen, wird es schwierig, weil jede nur einmal eingefügt werden darf.
Bei einigen Programmiersprachen findet eine Unterscheidung zwischen Funktionen, die einen Wert zurückgeben und solchen, die keinen Wert zurückgeben statt. Z.B. in Pascal/Delphi gibt es neben den sog. Funktionen, die einen Wert zurückgeben, sog. Prozeduren, die keinen Wert zurückgeben. PHP macht hier, genau wie C und C++, keinen Unterschied.
Die Syntax lautet wie folgt:
function foo($arg_1, $arg_2, ..., $arg_n) {
echo "Example function.\n";
return $retval;
}
Die Funktion bekommt die Argumente `Arg_1` bis `Arg_n` übergeben und
gibt den Wert der Variablen `retval` zurück. Wird kein `return` in der
Funktion benutzt, hat man dasselbe Verhalten wie bei einer Prozedur in
Pascal/Delphi. Rückgabewerte müssen nicht abgefragt werden.
Ein kleines Beispiel:
function my_sqr($num) { // liefert das Quadrat von $num zurück
return $num * $num;
}
echo my_sqr(4); // gibt 16 aus
my_sqr(4); // ruft die Funktion auf, es passiert aber nichts
übergeben. Will man jedoch die Änderungen der Parameter in der
Funktion auch in der aufrufenden Funktion haben, muß man mit
Variablenparametern
bzw. Referenzparametern
arbeiten.
Variablenparameter werden mit einem `&` im Funktionskopf gekennzeichnet.
Ein kleines Beispiel:
function foo1 ($st) {
$st .= 'und etwas mehr.'; // gleichbedeutend mit $st = $st.'und etwas mehr.';
}
function foo2 (&$st) {
$st .= 'und etwas mehr.';
}
$str = 'Dies ist ein String, ';
echo $str; // Ausgabe: 'Dies ist ein String, ';
foo1 ($str);
echo $str; // Ausgabe: 'Dies ist ein String, ';
foo2 ($str);
echo $str; // Ausgabe: 'Dies ist ein String, und etwas mehr.';