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Die Konfigurationsmöglichkeiten verleihen UNIX eine enorme
Flexibilität. Sie haben ihren Ursprung wahrscheinlich in zwei
Charakterzügen, die bei Hackern häufig anzutreffen sind: Sie wollen
ihre Arbeitsumgebung völlig unter Kontrolle haben und sie sind bestrebt,
die Arbeit mit einem Mininmum an Tastatureingaben und sonstigen Handbewegungen
zu erledigen. Deshalb enthalten alle wichtigen Utilities unter UNIX --
Editoren, Mailer, Debugger, Clients für das X Window System -- Dateien,
mit deren Hilfe Sie jegliche Voreinstellung für die Programme in einer
atemberaubenden Vielfalt an Methoden umgehen können.
Startdateien stehen in der Regel in Ihrem Home-Verzeichnis. An der ersten
Stelle des Namens steht ein Punkt, deshalb werden diese Dateien mit
ls
normalerweise nicht angezeigt. Keine dieser Dateien ist unbedingt
erforderlich; die betreffenden Programme sind clever genug, die
Voreinstellungen zu benutzen, falls keine Konfigurationsdatei existiert. Die
meisten Leute sind allerdings froh, daß es Startdateien gibt. Hier ist
eine Liste häufig benutzter Dateien:
-
.bashrc
-
Für die Shell
bash
. Es handelt sich um ein Shell-Skript, was bedeutet, daß Befehle und
andere Programmkonstrukte enthalten sein können.
-
.bash_profile
-
Ebenfalls für die Shell
bash
. Noch ein Shell-Skript. Der Unterschied zwischen dieser Datei und
.bashrc
ist, daß
.bash_profile
nur beim Einloggen abläuft. Diese Datei wurde ursprünglich
eingerichtet, um interaktive Shells von solchen zu trennen, die z.B. von
cron
(das wir im nächsten Kapitel besprechen) im Hintergrund abgearbeitet
werden. Auf modernen Computern mit dem X Window System hat diese Datei nur
eine untergeordnete Bedeutung. Das liegt daran, daß beim Öffnen
eines neuen
xterm
-Fensters nur die
.bashrc
aufgerufen wird. Wenn Sie ein Fenster mit dem Befehl
xterm -ls
öffnen, wird auch
.bash_profile
gestartet.
-
.cshrc
-
Für die C-Shell und
tcsh
. Auch dies ist ein Shell-Skript, das Konstrukte aus der C-Shell benutzt.
-
.login
-
Für die C-Shell und
tcsh
. Auch dies ist ein Shell-Skript mit Konstrukten aus der C-Shell. Ähnlich
wie
.bash_profile
aus der Shell
bash
läuft auch dieses Skript nur beim Einloggen.
-
.emacs
-
Für den Editor Emacs. Besteht aus Lisp-Funktionen. Lesen Sie hierzu auch
den Abschnitt
»
Emacs anpassen
«
in
Kapitel 5,
Power-Tools
.
-
.exrc
-
Für den Editor
vi
(auch unter dem Namen
ex
bekannt). Jede Zeile besteht aus einem Befehl für den Editor. Lesen Sie
auch
»
vi erweitern
«
in
Kapitel 5
.
-
.fvwmrc
-
Für den Fenster-Manager
fvwm
. Besteht aus speziellen Befehlen, die von
fvwm
interpretiert werden. Im Abschnitt
»
fvwm konfigurieren
«
in
Kapitel 5
finden Sie eine Beispieldatei.
-
.twmrc
-
Für den Fenster-Manager
twm
. Besteht aus speziellen Befehlen, die
twm
interpretiert.
-
.newsrc
-
Für News-Programme. Enthält eine Liste aller News-Gruppen, die auf
diesem Rechner gelesen werden können.
-
.Xdefaults
-
Für Programme, die das X Window System benutzen. Jede Zeile bezeichnet
eine Art von Ressource (in der Regel der Name eines Programms und Optionen
für dieses Programm) und dazu, welche Ressource hier angefordert wird.
Diese Datei wird in
»
Die Ressource-Datenbank von X
«
in
Kapitel 5,
Power-Tools
beschrieben.
-
.xinitrc
-
Für das X Window System. Besteht aus Shell-Befehlen, die immer dann
»
aufgerufen werden, wenn Sie eine X-Sitzung starten. Im Abschnitt
X konfigurieren
«
in
Kapitel 5
finden Sie weitere Details zur Arbeit mit dieser Datei.
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