Wallenstein eroberte Braunfels

20 000 Besucher beim "Historischen Spektakulm"

Bei Kaiserwetter war es -die Historie ein wenig auf den Kopf gestellt - Wallensteins Truppen gelungen, Braunfels einzunehmen. Sie eroberten jedoch nicht nur das geschichtsträchtige und tatsächlich vom Dreißigjährigen Krieg anhaltend heimgesuchte Städtchen: Aus der ganzen Republik waren die Besucher angereist, um sich von Attraktionen am laufenden Band unterhalten zu lassen.

Viele kamen der Zeit entsprechend gewandet. Einige hießen tatsächlich "Wallenstein" und durften das Geschehen als Gäste des Aktionsrings erleben. Uwe Schönwetter, Primus unter den Aktionisten, und das komplette Vorstands- und Helferteam leisteten dann auch bei hochsommerlichen Temperaturen echte Generalstabsarbeit.

"Schultheiß" Dieter Schmidt hatte sich kurzerhand bei den "Böhmischen Brüdern" - nahezu siebzig Stuntmänner und -frauen aus, Tschechien - zünftig eingekleidet und den Zug der Akteure und Kostümträger mit angeführt.

Daß so viele hochklassige Mitwirkende - Sänger, Musikanten, Jongleure, Feuerwerker, Kaskadeure - mit von der Partie waren, lag nicht zuletzt am Ambiente des Städtchens, dem entschlossenen Einsatz der Veranstalter und dem Ruf, den sich Braunfels im vergangenen Jahr "aus dem Stand" erworben hat.

Die Stuntgruppe um Sascha Boresonko, Carsten Werners "Cascadeurs du feu", die Spielleute und Sänger von, "Labsal" und "Saitensprung", Pfetzings Jonglage und Gaukelei - sie alle hatten ebenso viel Spaß wie die Besucher.

Die auf der Schloßparkwiese inszenierte Einnahme des Schlosses - über eine halbe Stunde Stunt, Action und Schauspiel von Klasse - war schon allein den, Besuch wert, Kinderritterlager, Gesichtsbemalung, Bauernhof und "zeitgenössisches" Karussell ließen Kinderherzen höher schlagen.

Einen Sonderapplaus verdienten sich die Schwerttänzer der Egerländer Gmoi als einzige heimische Gruppe. Zünfte und Händler der beginnenden Neuzeit und Stände von elf Vereinen aus drei Stadtteilen vervollständigten die Szenerie.

Wappen und Fahnen rings in der Altstadt brachten neben den pausenlos flanierenden Akteuren, der Markteröffnung und den beiden Umzügen Farbe ins Spiel.

Ein zeitgenössisches Hochzeits- und Landsknechtsgelage mit kulinarischen Genüssen, dargereicht von den "Laurentius-Rittern", begleitet von kurzweiligem Programm und bengalischem Feuerwerk versetzte über zweihundert Teilnehmer und ungezählte Zaungäste in lau schiger Atmosphäre unter den Linden in längst vergangene Zeiten.

Mit dem "Historischen Spektakulum" hat die Ferienregion Lahn-Dill/Westerwald-Taunus eine einmalige Attraktion mehr.


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