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"Maschinen-Wahl"
in Braunfels
Zum erstenmal im Kreis Wetzlar
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Zur Kommunalwahl am 20. Oktober
gibt es keine Stimmzettel mehr
Braunfels (eo). Erstmalig in
der Geschichte der Stadt Braunfels, und wohl auch einmalig im Kreis
Wetzlar, wird die Bevölkerung der Stadt Braunfels bei den kommenden
Kommunalwahlen am 20. Oktober nicht mit Stimmzetteln, sondern durch
Wahlmaschinen wählen.
Statt Wahlscheinen gibt es Wahlmarken, die in die Wahlmaschine gesteckt
werden. Dadurch wird das ganze Wahlverfahren - bei den diesjährigen
Kommunalwahlen müssen zwei Stimmzettel für die Wahl der Gemeindekörperschaft
und für den Kreistag ausgefüllt werden - schneller und einfacher.
Wie Bürgermeister Erich Lückel erklärte, wurden die Wahlmaschinen für
dieses Jahr von der Stadt von der Herstellerfirma gemietet. Es ist jedoch
daran gedacht, die Maschinen -jede Maschine kostet mit Nebeneinrichtungen
etwa 2100 Mark - später aufzukaufen. Der Mietpreis wird dann auf den
Kaufpreis angerechnet. Die Wahlmaschinen wurden bereits in anderen Städten
und Gemeinden erprobt und fanden überall großen Anklang. Das Wahlgeheimnis
ist auf jeden Fall gesichert.
Ganz einfach ist der Wahlvorgang mit der Wahlmaschine. Der Wähler betritt
den Raum und erhält wie bisher, nach entsprechender Legitimation (durch
die Wahlbenachrichtigung), statt der bisher üblichen Stimmzettel zwei
Wahlmarken. Eine Marke ist bestimmt für die Wahl der Stadtverordnetenversammlung
und die andere Marke für die Wahl des Kreistages. Betritt der Wähler
die erste Wahlkabine, dann gibt der Wahlleiter mit einem Hebeldruck
die Wahlmaschine frei. Jetzt kann die Wahlmarke in den Schlitz der gewünschten
Partei gesteckt werden. Ein Klingelzeichen kündet den Einwurf an und
verschließt automatisch wieder die
Wahlmaschine. Der Wähler betritt dann die nächste Kabine, um seine zweite
Stimme abzugeben. Hier wiederholt sich der Vorgang wie in der ersten
Wahlkabine.
Ein Zählwerk an der Maschine zeigt laufend
an, wieviel Wähler bisher ihre Stimme abgegeben haben. Dadurch ist ständig
eine Kontrolle über die Wahlbeteiligung möglich. Am Ende der Wahl öffnet
dann der Wahlleiter und ein weiteres Mitglied des Wahlausschusses mit
zwei verschiedenen Schlüsseln die Wahlmaschine. In Sekundenschnelle
kann dann festgestellt werden, wieviel Wähler ihre Stimme den einzelnen
Parteien gegeben haben.
Wir sind optimistisch, sagte Bürgermeister Lückel. Sicher werde die
Wahlmaschine bei der Bevölkerung gut ankommen, denn noch einfacher,
seine Stimme abzugeben, gehe es wirklich nicht. Die Befürchtungen, daß
ältere Leute nicht mit der Maschine zurechtkommen würden, hätten sich
bisher nicht bestätigt. Auf jeden Fall wären die Maschinen eine große
Erleichterung für die vielen ehrenamtlichen Helfer, deren Hauptarbeit
bisher mit der langweiligen und mitunter sehr schwierigen Stimmenauszählung
erst nach der Wahl begonnen habe.
Copyright (c) 1968 WNZ 30.08.1968
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