Heimatmuseum für Braunfels geplant

Die Heimatkundliche Arbeitsgemeinschaft Braunfels besteht 20 Jahre

Braunfels (kb). Als der inzwischen verstorbene fürstliche Baumeister Heinrich Schellenberg vor 20 Jahren die Idee hatte, in Braunfels eine heimatkundliche Arbeitsgemeinschaft zu gründen, um die seit 1600 noch vorhandenen Kirchenbücher des Kirchspiels Braunfels durchzuarbeiten und karteimäßig zu erfassen, ahnte er sicher nicht, daß sich sein Sohn Karl-Heinz, der die Arbeitsgemeinschaft heute leitet, eines Tages mit dem Plan tragen könnte, in Braunfels ein Heimatmuseum zu eröffnen.

Damals ging es nur darum, die in den Kirchenbüchern enthaltenen Eintragungen über Taufen, Eheschließungen und Todesfälle fein säuberlich auf Karteikarten zu übertragen, denn zahlreiche Anfragen aus dem In- und Ausland hatten es notwendig gemacht, die Erstellung von Familientafeln zu vereinfachen.

Genau heute vor 20 Jahren, am 15. Dezember 1951, trafen sich Heinrich Schellenberg, Fritz Troß, Karl Eckhardt, Fritz Mensinger, Fritz Adam, Karl-Heinz Schellenberg, Wilhelm Mehl und Anneliese Adam im Sitzungssaal des Bürgermeisteramtes, um die ersten Kirchenbuchseiten in Angriff zu nehmen.

Fast drei Jahre dauerte diese Arbeit, die abwechselnd in den Räumen des Bürgermeisteramtes und im alten Renteiturm vorgenommen wurde. Dann begann man mit der Katalogiseriung von Unterlagen der Stadt Brauntels, sammelte Zeugnisse der heimischen Geschichte und Kultur und begann schließlich 1960 mit Vortragsveranstaltungen und Exkursionen.

Seit 1954 verhandelte die Arbeitsgemeinschaft mit der fürstlichen Verwaltung über die Freigabe des mittleren Torturms, Erfolg hatte sie jedoch erst 1966. In vielen Arbeitsstunden wurden die Räumlichkeiten umgestaltet, und man kann wohl ohne Übertreibung sagen, daß außer den vier Außenwänden nichts mehr stehengelassen wurde. Der Landesverband für Erwachsenenbildung, der Kreis und die Stadt Brauntels trugen durch finanzielle Zuwendungen dazu bei, daß die Heimatkundliche Arbeitsgemeinschaft heute über einen würdigen und originellen Rahmen für ihre Veranstaltungen verfügt.

Nachdem die Regale und Aktenschränke im mittleren Torturm inzwischen eine reiche Sammlung von Bildern, Büchern, Akten und Gebrauchsgegenständen enthalten, haben die 15 aktiven Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft als großes Ziel vor Augen, im kommenden Jahr in der alten Obermühle ein Heimatmuseum einzurichten. Man hat inzwischen damit begonnen, die stark verwohnten Räume herzurichten, alte Balken freizulegen und die Decken zu renovieren. Man hofft, daß die Bevölkerung weitere Gegenstände "aus Großmutters Zeit" zur Verfügung stellen wird, damit ein wirklich anziehendes Museum entstehen kann.

Copyright 1971 (c) 15.12.71 WNZ

 

 

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