Mit 3,8 Tonnen schwerem Bohrmeißel täglich zwei Meter tief ins Erdreich

Braunfels bohrt neuen Brunnen - Lückel: Wasser reicht nur in Spitzenzeiten nicht

B r a u n f e l s (kk). Vor wenigen Tagen haben die Männer der Preußag aus Darmstadt im Braunfelaer Stadtwald unweit der Tiefenbacher Straße ihr schweres Bohrgerät in Stellung gebracht. Mit dem 3,8 Tonnen schweren Bohrmeißel gehen sie täglich etwa zwei Meter in die Tiefe, um im Schnittpunkt zweier Wasseradern fündig zu werden. Geologen haben zuvor die günstige "Wasserstelle" ermittelt, und die Männer der Bohrfirma rechnen mit Sicherheit damit, daß bei 80 Metern Tiefe genug Wasser vorhanden ist, um dann nach einem Dauerpumpversuch die neue Quelle fassen zu können.

Stellt sich jedoch heraus, daß in diesem Tiefenbereich die Wassermenge noch nicht ausreicht, um sicher zu sein, wird noch 20 Meter, weiter gebohrt. Bei 100 Metern Tiefe wird, so haben die Experten festgestellt, genügend des köstlichen Nasses vorhanden sein.

Bürgermeister Erich Lückel erklärte vor Ort, daß in Braunfels keinesfalls Wassernot herrsche oder sich gar anbahne. "Wir haben Wasser genug, nur in den Spitzenzeiten fehlt es.

Man muß auch bedenken, daß Braunfels durch die Neubaugebiete größer geworden ist, und man muß auch die neue Klinik berücksichtigen. Da wird überall viel Wasser gebraucht.

Und Lückel weiter: "Wir wollen vorsorgen und unsere eigene Wasserversorgung ausbauen. Das Wasser aus unseren eigenen Quellen ist billiger als Wasser vom Verband." Nicht zuletzt habe das Stadtparlament grünes Licht für die Bohrung gegeben, die rund 200.000 Mark kosten wird, weil der Grundwasserspiegel, bei den anderen Brunnen abgesunken ist.

"Das ganze ist eine Vorsorgemaßnahme." Wenn nach einer mehrmonatigen Bauzeit die neue Quelle gefaßt ist, wird eine Zuleitung zum 500 Meter entfernten Wasserwerk gelegt. Bevor der Brunnenkopf montiert wird, laufen diePumpen am Bohrloch auf Hochtouren: bei 100 Stunden Dauerbelastung wird gemessen, wieviel H2O aus der Erde kommt. "Und dann gibt es bei uns ein großes Wasserfest", kündigte Bürgermeister Lückel an.

Die Baukosten für das Gesamtprojekt bezifferte Bürgermeister Lückel mit 1,7 Millionen Mark, zu denen für die Maßnahme "Stützpunktfeuerwehr" noch Beihilfen erwartet werden.

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