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Philippstein wird im Jahre 1390 erstmals urkundlich erwähnt. In diesem Jahr erbaute der Landgraf Philipp l. von Nassau-Weilburg und Saarbrücken auf einem vorgeschobenen Bergkegel des Möttbachtals eine Grenzburg zum Schütze gegen das Solms-Braunfelser Land.
Burg Philippstein
Dieser gab der Burg und dem Dorf seinen Namen "Philippstein". Graf Philipp II ließ diese 1514 baulich erneuern. Die Burg, wurde bis zum Dreißigjährigen Krieg 1618 von Verwaltern bewohnt, um dann in den darauffolgenden Jahrhunderten zur Burgruine zu zerfallen.
Oberhalb der Burg befindet sich ein ehemaliger bedeutender Fernhandelsweg, der sog. "Feuersteinsweg".
Philippstein um 1900
Ortsmitte
Der 1975 gegründete Burgverein hat sich zur Aufgabe gemacht, die vorhandenen Gemäuer der Burgruine durch umfangreiche Sicherungs- und Renovierungsarbeiten vor dem weiteren Verfall zu bewahrten .
1610 bauten die Bürger ihre erste Kirche und ein Pfarrhaus. Im 30jährigen Krieg besetzten spanische Truppen den Ort und blieben zehn Jahre lang. Erst die Schweden vertrieben sie wieder. In jener Zeit wird auch von einem großen Brand berichtet, der einen beträchtlichen Schaden anrichtete. So wurden 30 Häuser sowie die Kirche in Mitleidenschaft gezogen.
Ev. Kirche in Philippstein
Die Bevölkerung von Philippstein lebte auch hier bis Anfang des letzten Jahrhunderts von der Landwirtschaft. Es wurden Wolle, Hanf und Flachs gesponnen und gewebt.
In der Gemarkung befand sich eine Mahlmühle, eine Ölmühle (seit 1493), eine Ziegelbrennerei, mehrere Kalkbrennereien. Haupterwerb waren die neun Eisenerzgruben, die in ihrer Blütezeit 400 Bergleute aus Philippstein und Umgebung beschäftigten konnten. 1836 wurde mit dem Bau des 500 Meter langen Wilhelmstollen begonnen. Mit der Schließung der letzten Grube "Eisenfeld" und "Ottilie" 1962 fand der einst so lebensbestimmende Erwerbszweig ein Ende.

Denkmal für den Bergbau
Philippstein - Bergarbeiterdorf 1563 - 1962

Eisensteinkauten erstmals 1563 erwähnt
Grube Eisenfeld 1838 - 1962
Grube Bohnenberg 1847 - 1939
Grube Ottilie 1849 - 1962
Wilhelmstollen (Tagebau) 1836 - 1897
Grube Klösterweide 1861 - 1925
Grube Florentine 1858 - 1949
Grube Marie 1930 - 1939
Grube Gloria 1838 - 1934
Richardstollen 1907 - 1934

1871 wurde der Gesangverein "Nassovia" gegründet und 1909 der Turnverein. 1920/22 kommt elektrisches Licht nach Philippstein.
Blick von der Burg auf den Ort
Der Stadtteil Philippstein hat heute rd. 1.000 Einwohner und kann eine Gemarkungsfläche von rund 840 ha vorweisen.

 

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