Aktuelles

Neuanschaffungen von Büchern für die Stadtbücherei Braunfels im Februar 2001

Für unsere Leser der Stadtbücherei geben wir folgende Neuanschaffungen bekannt:

Jugendbuch:

Joanne K. Rowling: „Harry Potter“ und die Kammer des Schreckens

Harry Potter, wer kennt den kleinen Zauberer nicht. Endlich wieder Schule !! Einen solchen Seufzer kann nur der ausstoßen, dessen Ferien scheußlich und die Erinnerung an das vergangene Schuljahr wunderbar waren. Doch wie im Vorjahr stehen nicht nur Zaubertrankunterricht und Verwandlung auf dem Programm. Ein grauenhaftes Etwas treibt sein Unwesen in den Gemäuern der Schule – ein Ungeheuer, für das niemand, nicht einmal der mächtigste Zauberer, eine Erklärung findet. Wird Harry mit Hilfe seiner Freunde Ron und Hermine das Rätsel lösen und Hogwarts aus der Umklammerung durch die dunklen Mächte befreien können ? Ein Buch voller Spannung für unsere jungen Leser.

Kumpfmüller, Michael: „Hampels Fluchten“

„Heinrich Hampel ist ein junger Bettenverkäufer, der mit einer ethisch nicht ganz einwandfreien, betriebswirtschaftlich aber äußerst erfolgreichen Methode operiert: Er schläft mit seinen Kundinnen. Die Doppelrolle als Möbelhändler und Callboy beschert Hampel im Regensburg der späten fünfziger Jahre zwar bald ein eigenes expandierendes Bettengeschäft, darüber hinaus jedoch einige handfeste Probleme: Hampels Buchhalter nutzt das lockere Geschäftsgebaren seines Chefs, um unbemerkt größere Geldsummen zu veruntreuen, Hampel selbst verliert den Überblick, seine lebenskluge Frau Rosa die Geduld. Als „Betten Hampel“ vor der Pleite und Familie Hampel vor der großen Krise steht, flieht der Geschäftsinhaber und Familienvater in die DDR. Mit den Grenzübertritt des 30-jährigen Protagonisten im Jahr 1962 beginnt Michael Kumpfmüllers Roman., das beste literarische Debüt aus Deutschland. Der Münchener Autor, bisher als Verfasser einer wissenschaftlichen Arbeit über die Schlacht von Stalingrad aufgefallen, schafft das Unmögliche: Er hat nicht nur von der ersten Zeile an genau die richtige Stimme, um die tragischen Abenteuer seines liebeshungrigen, genialen und dabei durch und durch lebensuntüchtigen Helden zu erzählen, nein, es gelingt ihm obendrein, ein schlüssiges, originelles Bild vom Leben in der Wirtschaftswunder-Bundesrepublik und dem in der DDR der sechziger und siebziger Jahre zu zeichnen. Hampels Stasi-Verstrickungen, seine vielen vergeblichen Lieben, seine Abstürze und Hoffnungen – all dies erzählt Kumpfmüller wunderbar verschlungen, und nichts davon wirkt jemals aufgesetzt oder wie schon mal gelesen.

Lent, Jefrey: „Im Herbst“

„Über 20 Jahre lang hielt sich Jeffrey Lent mit Jobs über Wasser, statt einen anständigen Beruf zu ergreifen. Er glaubte an sein Talent als Autor. Mit seiner Familiensaga „Im Herbst“ gelang ihm dann der Durchbruch. Es ist die Geschichte des jungen Norman Pelham. Gegen Ende des amerikanischen Bürgerkrieges wird der junge Norman, der für die Unionsarmee in den Krieg zog, von der entlaufenen sechzehnjährigen Sklavin Leah verwundet aufgefunden. Er verliebt sich leidenschaftlich in sie, zelebriert in einem Ritual am Fluss die Hochzeit mit ihr und nimmt sie mit auf die elterliche Farm. Nichts – weder die anfängliche Skepsis der Familie noch Anfeindungen der Nachbarn – vermag die Liebe des ungleichen Paares zu erschüttern, und ihr Glück scheint vollkommen , als drei Kinder geboren werden. Doch die Vergangenheit lässt Leah nicht los. In Notwehr erschlug sie den Sohn des Sklavenhalters Fünfundzwanzig Jahre später treibt es sie zurück an den Ort ihrer Kindheit doch schon wenige Tage später kehrt sie Heim: verstört, stumm und gezeichnet von einem Leid, zu dem selbst Norman keinen Zugang findet.

Tristan Egolf: „Monument für John Kaltenbrunner“

Ein Wunderkind aus der Jauchegrube: Der Titelheld ist fünf, als er anfängt, den verwahrlosten Hof seiner verwitweten Mutter auf Vordermann zu bringen. Er braucht zehn Jahre und fanatische Sturköpfigkeit, um aus dem heruntergekommenen Anwesen einen landwirtschaftlichen Musterbetrieb zu machen. Als seine Mutter nach langer Krankheit stirbt, bringen die „Methodistenvetteln“ der örtlichen Kirche ihn um Haus und Hof, und darauf beginnt John Kaltenbrunner einen sorgfältig geplanten Rachefeldzug gegen sein Heimatkaff Baker. Tristan Egolfs international erfolgreicher Erstlingsroman ist eine grotesk-komische und berührend zornige Abrechnung mit Konformismus und Borniertheit der Provinz.

Olga Tokarczuk: „ Ur und andere Zeiten“

Dieser Roman ist ein moderner Mythos. Fantastisch real erzählt Olga Tokarczuk ein Jahrhundert polnischer Geschichte voll Poesie, Witz und Weisheit. Wer „Ur und andere Zeiten“ gelesen hat, dem ist das Land Polen so vertraut wie die Märchen der Kindheit. Die Erzählung setzt im Jahr 1914 ein und begleitet die historische Entwicklung Polens durch das 20. Jahrhundert. Doch sie könnte auch zu jeder beliebigen anderen Zeit spielen, denn was Olga Tokarczuk in einer wunderbar sinnlichen Sprache beschwört, sind nicht in erster Linie die politischen Ereignisse zweier Weltkriege, es sind die ewigmenschlichen Geschichten von Liebe und Hass, Glück und Leid, Geburt und Tod.

Barbara Honigmann: „Alles, alles Liebe!“

Liebe Eva ! das erste Wort , das ich in Prenzlau hörte, war >Zigeuner.< Jemand rief es mir nach, kaum das ich ein paar Schritte aus dem Bahnhof getan hatte, auf der Suche nach meinem Hotel. Aber soviel ich mich auch umgeschaut habe , da war kein Mensch und kein Hotel, weit und breit. Anna, eine junge jüdische Frau in Ost-Berlin, verlässt zum ersten Mal die Stadt und geht als Regisseurin an ein Provinztheater. Zurück bleiben ihre Freunde, ihre Mutter ihre ganze Existenz. Nicht zuletzt Leon ihr Geliebter. Barbara Honigmanns Briefroman macht eine Zeit lebendig, die manchem schon ferne Vergangenheit scheint voller Atmosphäre, voller Wirklichkeit, aber ohne jede Sentimentalität.

Aris Fioretos: „Die Seelensucherin“

„ An einem Dezembertag im Jahre 1925 beschließt Vera Grund, den Zug von Berlin in Richtung Norden zu nehmen. Ihr Reisegepäck: ein Koffer mit etwas Kleidung, ein Stadtplan von Stockholm und ein paar Adressen. Vera Grund ist auf eine Reise in die Vergangenheit. Eine Tochter will ihren Vater aufsuchen, den unbekannten Mann, über den ihre verstorbene Mutter nie ein böses Wort verloren hat. Drei Tage wird sie in der schwedischen Hauptstadt bleiben. In einem alten Privatpalais blättert zur gleichen Zeit Professor Schaumberg in seinen Akten. Er ist ein in Verruf geratener „Seelenbiologe“. Früher war Schaumberg ein gefeiertes Mitglied der Akademien seines Landes und Gründer des mythenumwobenen „Clubs der Gehirne“. Die Schicksale von Vera Grund und Professor Schaumberg sind enger miteinander verwoben, als beide wissen können. Aris Fioretos’ erster Roman „Die Seelensucherin“ beruht auf historischen Ereignissen und erzählt von einem Wissenschaftsdenken, das nur wenig später in der nationalsozialistischen Rassenbiologie zu grausamer Wirklichkeit wurde.

Jugendbuch:

Joanne K. Rowling: „Harry Potter“ und der Gefangene von Askaban

Natürlich weiß Harry, dass das Zaubern in den Ferien strengstens verboten ist, und trotzdem befördert er seine schreckliche Tante mit einem Schwebezauber an die Decke. Die Konsequenz ist normalerweise: Schulverweis! Nicht so bei Harry; im Gegenteil, man behandelt ihn wie ein rohes Ei. Hat es etwa damit zu tun, dass ein gefürchteter Verbrecher in die Schule eingedrungen ist und es auf Harry abgesehen hat? Mit seinen Freunden Ron und Hermine versucht Harry ein Geflecht aus Verrat, Rache, Feigheit und Verleumdung aufzudröseln und stößt dabei auf Dinge, die ihn fast an seinen Verstand zweifeln lassen. Genauso spannend und packend geschrieben wie das erste Buch. Einfach toll.

Sabriye Tenberken: „Tashis neue Welt“

Ein blinder Junge zeigt uns Tibet. Die Gründung einer Blindenschule in Tibet – von diesem großen Abenteuer, das häufig kurz vor dem Scheitern stand, erzählt Sabriye Tenberken mit viel Humor und Zuneigung zu den Tibetanern und ihrer so ganz anderen Kultur. Und sie zeigt uns, dass Blindsein keine Behinderung ist – wer nur will, kann seinen eigenen Traum verwirklichen. Stellvertretend für alle Kinder, die im Blinden-Zentrum Tibet Aufnahme gefunden haben, lässt Sabriye Tenberken, Gründerin und Leiterin des Zentrums, Tashi von Tibet erzählen und davon, wie er blind wurde und trotzdem in eine Schule gehen durfte. Eine ganz und gar erstaunliche Geschichte aus einem fernen, wunderbaren Land.

Kurban Said: „Ali und Nino“

Der Erste Weltkrieg tobt in Europa, die russische Revolution steht vor der Tür, doch in Baku, einer Stadt in Aserbaidschan herrscht trügerischer Frieden. Am Vorabend der Russischen Revolution verlieben sich der Muslim Ali und die schöne Christin Nino ineinander. Eine Verbindung scheint unmöglich, denn Religion und Sitte verbieten es. Mit Hilfe eines Vermittlers, der bei den Eltern vorspricht, rückt die von beiden so ersehnte Hochzeit in greifbare Nähe. Doch dann wird Nino entführt und Ali muß nach islamischem Gesetz den Nebenbuhler und seine Braut töten. Mit einem Pferd verfolgt Ali die in einem modernen Automobil Flüchtenden. Sein Zorn ist groß, aber seine Liebe zu Nino ist überwältigend. Ein spannendes Buch das erstmals 1937 in Wien erschien. Lange war das Buch verschollen und tauchte erst in den 70er Jahren als Übersetzung ins Englische wieder auf. Eine wunderbares Lektüre voller Leidenschaft und Dramatik.

Kate Atkinson: „Die Ebene der schrägen Gefühle“

Zwei Frauen – Effi erzählt. Ausdauernd, ausführlich, aufgedreht – über das träge Chaos ihres Studentenalltags in Dundee voller versponnener Professoren und zeitgeistiger Studenten. Nora, ihre Mutter, lakonisch und entspannt, unterbricht, kommentiert, hört zu. Zögernd nur und bruchstückhaft beginnt auch sie zu reden. Effi ist schockiert: Ein überreiches Leben wird vor ihr ausgebreitet, erfüllt von Liebe und Tod, Hass, Krankheit und Mordlust. Ganz nebenbei erfährt sie, dass Nora nicht ihre Mutter ist. Und ebenso nebenbei kommt heraus, dass Nora nicht ganz unschuldig am Tod ihrer schönen älteren Schwester zu sein scheint Ein mit viel Witz, Tempo und Ironie geschriebener Roman, der die Geheimnisse einer Familie bis auf die Wurzeln enthüllt.

Dieter Wellershoff: „Der Liebeswunsch“

Ein Konflikt wird stillgelegt und erneuert sich: Marlene, eine der vier Hauptfiguren in Dieter Wellerhofs neuem Roman, hat einst ihren Mann Leonhard verlassen, um mit seinem besten Freund Paul, einem Chirurgen an ihrer Klinik, zusammenzuleben. Doch letztlich ist es ihnen, wie auch immer gelungen die Kränkungen und Verletzungen in einem schwierigen Freundschaftsbund zu vergessen. Die Balance zwischen ihnen wird scheinbar vollends wiederhergestellt, als Leonhard, ein angesehener Richter, eine viel jüngere Studentin im Hause seiner Freunde kennenlernt und bald darauf heiratet. Der Liebeswunsch der jungen Frau, die ihrem als falsch empfundenen Leben entkommen möchte, sprengt alles auseinander, und sie zahlt dafür den äußersten Preis.

Marie Hermanson: „Muschelstrand“

Direkt von einem Weisenhaus in Indien kommt die kleine Maja in die schwedische Sommeridylle der Gattmanns. Ihre Adoptivfamilie ist eine Familie wie aus dem Bilderbuch. Aber Maja ist wie sich rasch herausstellt, allen ein Rätsel. Trotz der großen Liebe, die sie erfährt, bleibt sie stumm und unzugänglich. Als Vierjährige begleitet sie ihre fast schon erwachsene Schwester zum Zelten am offenen Meer. Eines Nachts verschwindet sie spurlos. Sechs Wochen später findet man sie am Muschelstrand, weit entfernt von jener Stelle, wo sie verschwunden ist. Muschelstrand ist eine Art Detektivroman. Und Marie Hermanson eine Autorin, welche die skandinavische Tradition der altnordischen Saga mit der Könnerschaft anglo-amerikanischer Erzähler vereint.

Anne chaplet: „nichts als die Wahrheit“

Ein Mann stürzt von einem Kirchturm: Alexander Bunge, Bundestagsabgeordneter, der eine Woche vorher merkwürdige Dinge über sich in der Zeitung lesen mußte. Selbstmord? Seine Freunde und Verwandte bezweifeln das, und Karen Stark, Staatsanwältin in Frankfurt am Main, ermittelt. Für Anne Burau, Politikerin und Biobäuerin in der hessischen Rhön, hat Bunges Tod ungeahnte Folgen. Sie rückt für ihn in den Bundestag nach, und damit beginnt eine Reise ins Ungewisse. Als Anne Burau in Berlin ankommt, begegnet sie auf Schritt und Tritt dem Toten – einer manchmal aufdringlichen Erinnerung an einen Mann, der offenbar wichtiger war, als seine Nachfolgerin zunächst bewusst ist. Offenbar arbeitete der Politiker eng mit dem Journalisten Peter Zettel zusammen, enger, als es zwischen Politikern und Medienmenschen üblich ist. Auch Anne Burau kennt Peter Zettel besser, als ihr jetzt lieb ist, und wird mit unangenehmen Fragen konfrontiert, Fragen die nur Zettel beantworten kann. Aber Zettel ist verschwunden.

Jugendbuch:

Kirsten Boie: „Wir Kinder aus dem Möwenweg“

Nirgendwo auf der Welt ist es so schön wie im Möwenweg. Dabei ist der Möwenweg noch nicht mal asphaltiert, sondern immer noch Baustraße. Skaten und Bladen geht also nicht. Aber die Nachbarn sind alle nett. Fast alle jedenfalls. Am schönsten ist es, dass es im Möwenweg so viele Kinder gibt. Da kann man immer was zusammen machen: Schlammwüste spielen, auf Verbrecherjagd gehen, picknicken oder im Zelt übernachten. Und eine Bande gründen natürlich sowieso... Kirsten Boie, eine der renommiertesten deutschen Autorinnen des modernen Kinder- und Jugendbuchs, zeigt mit dieser Geschichte, dass man nicht unbedingt in Bullerbü aufwachsen muss, um eine glückliche Kindheit zu erleben.

Elke Heidenreich: „Sonst noch was“

„Sonst noch was“ hätte Mutter Gertrud gesagt, wenn ihre Tochter Katharina auf die Idee verfallen wäre, sie könnte die Sprache der Tiere verstehen. „Sonst noch was“ war Mutter Gertruds Lieblingssatz, wenn etwas ihre gewohnte Vorstellung störte. Doch dann kamen die Sommerferien und Katharina musste wegen der Bronchien aufs Land. Zu Onkel Hans. Ausgerechnet zu dem. Sonst noch was. Mutter Gertrud ist schrecklich besorgt, aber sie kann den Zug , in dem Katharina sitzt, nicht aufhalten. Und als er endlich losrollt, nimmt die Geschichte auch schon ihren Lauf.

Valerie Wilson Wesley: Auf dem Weg nach oben“ Ein Fall für Tamara Hayle“

Ein Hilferuf erreicht Tamara Hayle: Mandy Magic, die gemeinsam mit ihr in Newark aufgewachsen ist, erhält Drohbriefe. Reiche Kundschaft für Tamara, denn Mandy hat es geschafft, sie ist ein beliebter Radiostar. Eigentlich hat Mandy alles, was das Herz begehrt, doch nun hat sie nur noch eins, und das ist Angst. Wer verübelt Mandy den Erfolg so sehr, dass er Drohbriefe schreibt mit der Botschaft auf den Weg nach oben und damit nicht nur ihren sozialen Aufstieg meint, sondern auch, dass der Tod immer näher an sie heranrückt? Mit weiblicher Intuition merkt Tamara bald, dass Mandys Angst noch größer ist als die Bedrohung selbst. Es muß da ein Geheimnis in der Vergangenheit geben, das Mandy nicht preisgeben will.

Pierre Magnan: „ Das Zimmer hinter dem Spiegel“

Wegen Beleidigung eines Vorgesetzten wurde Kommissar Laviolette, der mehr mit dem Bauch als dem Kopf ermittelt und ab und zu auch ein Beweismittel zurückbehält, vorzeitig nach Digne in der tiefsten Provence in den Ruhestand geschickt. Doch immer wird nach ihm gerufen, wenn es besonders knifflige Fälle zu lösen gibt. Die Steinschleuder-Morde stellen die örtliche Polizei vor ein Rätsel. Zwei Opfer waren Radfahrer, und das dritte, ein Lehrer, konnte vor seinem Tod noch zwei Buchstaben in den Schnee zeichnen: OR...Was wirklich hinter den seltsamen Morden steckt, versteht Laviolette erst, als sein Kollege, der Untersuchungsrichter Chabrand, sich verliebt und sich ein Fahrrad zulegt. „ Das Zimmer hinter dem Spiegel“ wurde mit dem renommierten Prix du Quai des Orfévres für den besten Kriminalroman ausgezeichnet.

Imme Dros: „Lieber Philip“

„Wenn du verliebt bist, dann würdest du den anderen am liebsten aufessen“, sagt Diana. Philip kann sich darunter nichts vorstellen, er ist schließlich kein Kannibale aus dem Dschungel. Trotzdem hat er natürlich ein Mädchen. Aber dann lernt er Dianas Cousin kennen und alles ist auf einmal ganz anders, denn Roger ist homosexuell. Das klingt nach Soap-Opera. Aber Imme Dros hat aus diesem Stoff etwas ganz besonderes gemacht. Sie zeigt, wie die Liebe einem Menschen hilft, seine Maske abzulegen und er selbst zu werden. In den Niederlanden hat sie für das Buch den „Silbernen Griffel „ bekommen.

Jon Updike: „Gegen Ende der Zeit“

Wir sind auf vertrautem Updike-Territorium: Ben Turnbull, ein mitsechziger, ein betuchter pensionierter Börsenmakler, lebt in einer komplizierten Ehe, die durch die junge Prostituierte Deirdre erotisch aufgehellt wird, sobald Gloria, seine Frau, abwesend ist. Er widmet sich seiner großen Familie, gibt dem Enkel das Fläschchen, wie ist die Schwiegertochter wohl im Bett? Ben spielt Golf, fährt Ski, duldet die Frechheiten der Schutzgeldkassierer, arrangiert sich mit der Gang, die sich auf seinem Grundstück festgesetzt hat, weil sie ihn mit der dreizehnjährigen Doreen allein lässt. Er erkrankt an Prostatakrebs, die zurückgekehrte Gloria bereitet sich auf ihr Leben als reiche Witwe vor. „Ich zähle Updike zu den bedeutendsten Erzählern unserer Tage“ so Marcel Reich-Ranicki.

Paulo Coelho: „Veronika beschließt zu sterben"

Veronika hat einen Traum, Pianistin zu werden, dem ereignislosen Alltagsleben geopfert – ohne Herausforderung, ohne Risiko, ohne Passion. Eines Morgens beschließt sie, diesem Leben ein Ende zu machen. Doch die Überdosis Schlaftabletten befördert sie nicht, wie erhofft, in den Tod, sondern in eine Irrenanstalt. Im Koma sei ihr Herz unwiderruflich geschädigt worden teilen ihr die Ärzte mit, sie habe nur noch wenige Tage zu leben. Angesichts des Todes erscheint ihr plötzlich jeder verbleibende Augenblick kostbar. Ein wunderbares Buch über die Priese >Verrücktheit<, die es braucht, um den eigenen Lebenstraum Wirklichkeit werden zu lassen.

Elizabth Strout: „Amy & Isabelle“

In vielerlei Hinsicht lieben und hassen sich Amy und Isabelle wie alle Mütter und Töchter, Seite an Seite essen, schlafen und arbeiten sie in der neuenglischen Kleinstadt Shirley Falls. Aber seit Amy mit ihrem Mathematiklehrer hinter beschlagenen Autofenstern ertappt wurde, scheint die Distanz unüberbrückbar. Der Skandal, den Isabelle so fürchtet, bedeutet die Rückkehr in die eigene schmachvolle Vergangenheit. Und während Amy woanders nach Zuneigung sucht, Kämpft Isabelle um Anerkennung und findet Freundschaft, die sie endlich auch wieder ihrer Tochter näher bringt. Nach der Lektüre dieses Romans wird keine Mutter ihre Tochter und keine Tochter ihre Mutter noch mit denselben Augen sehen.

Jugendbuch:

Joanne K. Rowling: „Harry Potter“ und der Feuerkelch

Das vierte Schuljahr in Hogwarts beginnt für Harry. Doch davor steht noch ein sportliches Großereignis das die scheußlichen Sommerferien vergessen lässt: dir Quidditch-Weltmeisterschaft. Und ein weiterer Wettkampf wird die Schüler das ganze Schuljahr über beschäftigen: das Trimagische Turnier, in dem Harry eine Rolle übernimmt, die er sich im Traum nicht vorgestellt hätte. Natürlich steckt dahinter das Böse, das zurück an die Macht drängt: Lord Voldemort. Es wird eng für Harry, sehr eng. Doch auf seine Freunde und ihre Unterstützung kann Harry sich auch in verzweifelten Situationen verlassen. Zu meiner Erleichterung kann ich berichten, dass Potter IV –Harry Potter und der Feuerkelch – so gut ist wie die bisherigen Bände.

Tim Griggs: „Die Vergebung“

Es ist kurz vor Weihnachten – und es ist das Ende der stürmischen Ehe von Matt und Lauren Silvester. Heute Nacht wird Lauren ihren Mann verlassen. Und sie wird die Zwillingstöchter Gudrun und Freya mitnehmen. Keinen Tag länger will sie die Rolle der glamourösen Frau an der Seite des berühmten Rockstars spielen. Aber es ist zu spät. Ein Autounfall zerstört ihren Traum vom neuen Glück innerhalb weniger Minuten. Gudrun stirbt, und ihre Zwillingsschwester Freya spricht seit dem Unglück kein Wort mehr. Nur ein Mensch findet Zugang zu ihrer gebrochenen Seele: Inspector Sam Cobb. Als er dem kleinen Mädchen begegnet, gerät er ohne es zu wollen in einen Fall, der sein Leben für immer verändern wird. Ein erschütternder Roman über Liebe, Verlust und Vergebung.

Rosamunde Pilcher: „Wintersonne“

Im Spätsommer verbringt Elfrida einige Wochen in Cornwall. Als sie zurückkehrt, ist in Dibton nichts mehr wie zuvor: Gloria Blundell ist mit ihrer Tochter bei einem Autounfall ums Leben gekommen. In seiner Trauer hat sich Oscar in völlige Einsamkeit zurückgezogen. Aus eigener Erfahrung weiß Elfrida, dass in solchen Situationen nur ein radikaler Schauplatzwechsel hilft. Sie überredet Oscar, in das leer stehende Haus seiner verstorbenen Großmutter in Schottland zu übersiedeln, und begleitet ihn dorthin. Kurz vor Weihnachten treffen sie auf Corrydale ein und bereiten sich auf ein einsames Fest vor. Doch dann steht auf einmal überraschender Besuch vor der Tür. An ruhige Weihnachtstage ist plötzlich nicht mehr zu denken... Wie keine andere Schriftstellerin versteht Rosamunde Pilcher sich auf die Kunst, in ihren Romanen einzufangen, was die Menschen bewegt.

Miriam Mathabane: „Mein Herz blieb in Afrika“

Der Schicksalsweg einer jungen Frau vom Township in die Freiheit. Plötzlich standen sie in der ärmlichen Baracke, die Miriam und ihre Familie ihr Zuhause nennen: weiße Männer in Uniformen, in den Händen schwere Waffen. Mit ihren Lederstiefeln treten sie auf schwarze Kinderhände, Füße, Beine. Nur wenige Minuten dauert der Spuk, dann sind die Soldaten wieder weg, mit ihnen Miriams Eltern. Seitdem ergreift Miriam die Flucht, sobald sie weiße Männer mit behaarten Unterarmen sieht. Vor den Lehrerinnen in der Schule kann sie nicht davonlaufen. Obwohl sie zu den besten Schülern gehört, bekommt sie täglich Schläge. Vor weißen Männern mit behaarten Unterarmen habe ich immer noch Angst.

Lisa Huang: „Jade“ Eine außergewöhnliche Frau zwischen Tradition und Revolution

Spannend und mit schillernder Anmut erzählt – das Schicksal einer jungen Frau in einer bewegenden Epoche: Das Mädchen erlebt den Untergang des chinesischen Kaiserreiches zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Nach dem Boxeraufstand ist das Land in eine tiefe Krise geraten, so dass, als ihr Vater, ein hoher kaiserlicher Beamter, an einer rätselhaften Krankheit stirbt, Jade ihrer Mutter helfen muß, den Tod des Familienoberhauptes ein paar Tage geheimzuhalten. Erst nachdem ein Bote des Kaisers ein kostbares Geschenk überbracht hat, darf Jades Mutter den Tod ihres Mannes verkünden. Während ihr Bruder glaubt, in den unsicheren Zeiten Schutz in der Armee zu finden heiratet Jade. Aber bald muß sie schon erkennen, dass sie einem Trugbild aufgesessen ist. Ihr Mann ist opiumsüchtig und hat das gesamte Vermögen der Familie verspielt. Nachdem ihr Mann seiner Drogensucht erlegen ist gerät ausgerechnet Jade unter den Verdacht ihre Schwiegereltern vergiftet zu haben.

Frank McCourt: „Ein rundherum tolles Land“

Frank McCourts Freunde kennen das Geheimnis seines Erfolges, hören sie ihm doch ganze Nächtelang zu und können nicht genug kriegen. Er ist ein wahrer irischer Geschichtenerzähler, ein seanachi, für den eine Geschichte erst dann gut erzählt ist, wenn die Leute nicht wissen, ob sie lachen oder weinen sollen. Als er mit neunzehn Jahren nach Amerika geht, hat er nichts als die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Arm, mit schlechten Zähnen und entzündeten Augen, ohne jede nennenswerte Ausbildung, erreicht er das Land seiner Träume. Mit Hilfe eines gar nicht frommen Priesters, der demokratischen Partei und der U.S. Army gelingt es ihm jedoch, sich im Land der Schönen und Reichen zu behaupten auch wenn sein Werdegang recht ungewöhnlich ist.

Marianne Fredriksson: „Maria Magdalena“

erzählt ihre Geschichte: Ihre Kindheit und die Ermordung ihrer Eltern durch römische Soldaten, ihre Erziehung in einem Freudenhaus und ihre erste Liebe. Doch mit Jesus von Nazareth hat Maria die wichtigste und prägendste Zeit ihres Lebens verbracht. Als sie sich kennenlernen, sind beide Außenseiter, und sofort empfinden sie eine tiefe Zuneigung füreinander. Jesus weiß, welches Schicksal ihm bestimmt ist, und Maria ist bereit, mit ihm diesen schweren Weg zu gehen. Mit ihrem neuen großen Roman „Maria Magdalena“ hat die Autorin ein ergreifendes und eindringliches Buch über die Liebe geschrieben.

Doris Dörrie: „Was machen wir jetzt?“

Wie weiter, wenn die Frau ihr Heil im Buddhismus sucht, die sechzehnjährige Tochter mit einem tibetanischen Lama auf und davon will und einen selbst Geld und Erfolg nicht glücklich machen? Fred Kaufmann ist Mitte Vierzig der geworden, der er nie sein wollte. Er ist beruflich erfolgreich, hat endlich genug Geld – bloß glücklich ist er nicht. Aber was viel schlimmer ist: Er fürchtet, seine Familie zu verlieren. Seine Frau und er befinden sich seit einiger Zeit in einer Ehekrise, die Claudia mit der Hinwendung zum Buddhismus zu heilen versucht – während er es mit einem Seitensprung probiert. Doch die Autorin zeigt uns mit einem lachenden und einem weinenden Auge: Nur Mut, es gibt ein Leben über vierzig!

Über einen regen Besuch unserer Bücherei würden wir uns sehr freuen.

Öffnungszeiten der Stadtbücherei, Fürst-Ferdinand-Straße 4

Dienstag - Donnerstag 10.00-12.00 Uhr

und zusätzlich Donnerstag 14.00-17.00 Uhr

zurück Artikel vom 15.02.01


 

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