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Tempo 30 – Warum fahren Sie schneller?

Seit 2 Jahren gilt auf 90 % des Straßennetzes der Stadt Braunfels Tempo 30. Hier war die Stadt bereits vielen anderen Städten und den Vorschriften der Straßenverkehrsordnung (StVO) weit voraus.

Zum 01. Februar 2001 wurde die StVO zum 33. mal geändert. Neben Handyverbot, Kreisverkehr, Reißverschlussverfahren wurde auch die "Innerortsgeschwindigkeit" neu geregelt.

Im Hinblick auf Tempo-30-Zonen gilt nunmehr die allgemeine Verkehrsregel:

Innerhalb geschlossener Ortschaften ist abseits von Vorfahrtsstraße mit Anordnung von Tempo-30-Zonen zu rechnen.

Praktisch soll es damit in Ortschaften zwei Arten von Straßen geben:

- Hauptstraßen, auf denen Tempo 50 gefahren werden darf und

- Nebenstraßen, auf denen Tempo 30 oder weniger zulässig ist

Die Stadt Braunfels hat sogar die nun seit 01. Februar 2001 geltende Verpflichtung in Wohngebieten und Gebieten mit hoher Fußgänger- und Fahrradverkehrsdichte sowie hohem Überquerungsbedarf eine Tempo-30-Zone anzuordnen, schon seit geraumer Zeit erfüllt.

Das Bedürfnis hiernach steht schon seit mehreren Jahren im Raum und wurde stets bevorzugt behandelt. Die Umsetzung, die die Stadt Braunfels auch ohne gesetzliche Verpflichtung durchgeführt hat, führte letztendlich dazu, dass die Sicherheit und Lärmbeeinträchtigung in den meisten Bereichen schon erheblich verbessert wurde.

Sicherlich ist es nicht damit getan, Schilder aufzustellen und zu denken "jetzt fährt jeder 30". Im Gegenteil, denn gerade die Geschwindigkeitsmessungen haben stets gezeigt, dass es immer noch viele rücksichtslose, verantwortungslose oder gedankenlose Fahrer gibt, die sich nicht an die allgemeinen Verkehrsregeln (Höchstgeschwindigkeit, Parkverbote, Vorfahrt) halten. Bestätigt wird dies durch Erfahrungen und Beschwerden von Anwohnern.

Die Frage ist nur: "warum fahren Sie schneller"?

- Können diese Fahrer sich nicht vorstellen, dass es in Tempo-30-Zonen erheblich mehr Personen gibt, die besonders schutzwürdig sind (Kinder, Senioren, Behinderte usw.)?

- Können diese Fahrer sich nicht vorstellen, dass des kontinuierliche, vorausschauende, umsichtige, flüssige "Durchgleiten" der Tempo-30-Zone lärmmindern und energiesparender ist?

- Können diese Fahrer sich nicht vorstellen, dass Kollisionsgefahren mit Personen oder Fahrzeugen drastisch sinken?

...oder wollen diese Fahrer es nicht verstehen?

Selbst teure, aufwändige bauliche Veränderungen und Radarkontrollen schaffen es nicht, hartnäckige Raser von der Missachtung der Verkehrsregeln abzuhalten.

Klar ist, dass mit Zwang nicht die notwendige Akzeptanz und Einsicht geschaffen wird. Gerade das ist aber die wichtigste Voraussetzung, um Tempo 30 als Fahrkultur in Nebenstraßen umzusetzen.

Aus diesem Grund werden wir weiterhin versuchen, über Informationen, Appell an das Verantwortungsbewusstsein, pragmatische kostengünstige Lösungen eine Akzeptanz zu schaffen. Dort wo diese Anstrengungen nicht fruchten, wird versucht, das Fehlverhalten über die bekannte Sanktion zu verändern.

Wer rücksichtslos durch eine Tempo-30-Zone rast, darf seitens der Ordnungsbehörde oder der Polizei keine Rücksicht erwarten.

zurück Artikel vom 27.08.01


 

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