Eine Braunfelserin geht mit Sellerie auf Sendung - Julia Newald zu Gast bei Gourmet-Koch Johann Lafer
Braunfels (Lahn-Dill-Kreis). Sie kocht zwar nicht ihr eigenes Süppchen, doch mit einem Rezept für Sellerieschnitzel (siehe Kasten) hat es Julia Newald jetzt bis ins Fernsehen geschafft. Die 61-Jährige aus Braunfels geht morgen (Freitag. 1. Februar) um 11.35 Uhr als Gast von Spitzenkoch Johann Lafer im ZDF auf Sendung.
Zwei Tage hat die gelernte Lederhandschuhstepperin, die später sieben Jahre in einer Wetzlarer Kantine arbeitete, im Fernsehstudio des kulinarischen Tele-Profis in Guldental zwischen Bad Kreuznach und Bingen verbracht. Der Liebling von Geniessern aus aller Welt betreibt dort auch ein international anerkanntes Gourmet-Restaurant.
"Seit ich 1994 meinen Beruf aufgegeben habe, habe ich mehr Zeit fürs Kochen", berichtet Newald. Die italienische Küche sei ihr Favorit. "Nicht soviel Fleisch, mehr Gemüse", erklärt sie. Zum TV-Auftritt kam die Hobbyköchin durch den Aufruf einer Fernsehzeitschrift. Diese hatte nach den "originellsten" Rezepten der Leser und Leserinnen gefragt. Newalds Rezept wurde gemeinsam mit 30 weiteren ausgewählt und veröffentlicht. Die Belohnung: das Kochvergnügen auf dem Bildschirm.
"Es ist schon merkwürdig, wenn man sich hinterher im Film sieht, man erkennt sich kaum wieder", erzählt Newald. Am ersten Tag durfte sie sich gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten an die Studio-Atmosphäre gewöhnen – bei Aufnahmen zusehen. "Ah, da ist ja schon mein nächste Opfer", begrüßt Lafer sie. Die Wahrheit dieses Satzes habe sie jedoch erst am zweiten Tag wirklich erkannt.
Denn nach dem Besuch der Maskenbildnerin ging es los. Insgesamt vier Stunden stand TV-Neuling Julia Newald vor der Kamera. Für Lafer Alltagsgeschäft, für die Braunfelserin Neuland. "Das ist allein schon für die Beine anstrengend." Gesendet wird am Freitag eine knappe halbe Stunde "Genießen auf gut Deutsch". "Einige Szenen mussten wiederholt werden", so Newald, "denn natürlich gab es auch Versprecher".
Doch der Ausflug in fremde Welten habe sich gelohnt, sagt sie und ist gespannt, wer das Rezept mag. Denn, so verrät sie, die Sache ihres Lebensgefährten sei der Sellerie nicht. Sie selber liebe dieses Gemüse jedoch, gerade in der ungewöhnlichen Kombination mit einer Soße aus Erdnüssen und Cornflakes: nachkochen erlaubt.
Das Rezept
Für vier Personen: 2 Sellerieknollen (je 500 Gramm), Salz, acht kleine Scheiben gekochter Schinken, acht kleine Scheiben Emmentaler, Pfeffer, 50 Gramm Cornflakes, 100 Gramm ungesalzene Erdnüsse, Mehl, 2 Eier (verquirlt), Butterschmalz: Sellerie abbürsten, in leicht gesalzenem Wasser 50 Minuten bissfest kochen. Abkühlen lassen, dann schälen. Sellerie in ein Zentimeter dicke Scheiben schneiden und in jede eine tiefe Tasche einschneiden. Je eine Schinken- und eine Käsescheibe hineinlegen. Die Selleriescheiben wieder zusammendrücken und mit Salz und Pfeffer würzen. Cornflakes und Erdnüsse in ein Tuch geben und mit Teigrolle darüber rollen, um sie zu zerkleinern. Sellerieschnitzel in Mehl, dann in Ei und dann in der Cornflakes-Nuss-Mischung wälzen. In Schmalz goldgelb backen.
Von Sabine Preisler (0 64 41) 95 91 98
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